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ARMEDANGELS – Eine Fair Fashion Brand migriert zu Shopware 6

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Was kommt nach Magento 1? Für unseren neuen Kunden ARMEDANGELS lautet die Antwort darauf Shopware 6!

Im Interview erzählt uns Kristof Kruse, System Owner Webshop bei ARMEDANGELS, wie das Konzept des Eco & Fair Fashion Labels Nachhaltigkeit und E-Commerce vereint und was sie dazu veranlasst hat, von Magento 1.9 auf Shopware 6 zu migrieren.

Wie alles begann

Im Januar 2007 beschlossen zwei Kölner Jungs die Modewelt zu revolutionieren.
Angetrieben von ihrer Leidenschaft für gutes Design und geschockt von den Missständen der Textilindustrie, treffen sie einen Entschluss: Sie wollen etwas verändern, etwas tun, von dem sie selbst überzeugt sind. Sie wollten ein Unternehmen aufbauen, das die Dinge anders angeht.

„Auf keinen Fall wollten wir eine Firma gründen, viel Geld auf fragwürdige Art und Weise verdienen und uns dann später dabei ertappen, wie wir als alte Männer an irgendwen spenden, um unser Gewissen zu beruhigen. Wir wollten es von Anfang an richtig machen”, so Kristof Kruse, System Owner Webshop bei ARMEDANGELS.

ARMEDANGELS – Pionier im Fair Fashion-Segment

Aus der einfachen Idee, T-Shirts zu bedrucken und über den Verkauf Spendengelder für Charité-Projekte zu sammeln, ist ein Unternehmen gewachsen, das heute – 13 Jahre später zu den größten Eco & Fair Fashion Labels Europas zählt. Mit einem 96-köpfigen Team, vier Kollektionen im Jahr und zeitlosen Designs im Bereich Jersey, Strick, Webwaren und Denim beweisen wir jeden Tag, dass sich Nachhaltigkeit und gutes Produktdesign nicht ausschließen. ARMEDANGELS setzt ausschließlich auf nachhaltige Materialien und arbeitet kontinuierlich an fairen Arbeitsbedingungen und einer transparenten Lieferkette. Heute ist ARMEDANGELS nicht mehr nur Fairtrade- und GOTS-zertifiziert, sondern auch Mitglied der Fair Wear Foundation.

Welche Markenwerte stehen hinter ARMEDANGELS und wie kam es dazu?

Wir wollen einen Unterschied machen, indem wir kompromisslos schöne Produkte schaffen, die nicht nur toll aussehen und sich gut anfühlen, sondern auch lange getragen werden können und verantwortungsbewusst hergestellt werden. Produkte mit einem echten Wert.

Unser oberstes Unternehmensziel besteht nicht in der Anhäufung von möglichst viel Geld, durch möglichst große Gewinnmargen. Unsere zentrale Aufgabe besteht vielmehr darin, einen Unterschied zu machen und unseren Kunden schöne, langlebige Produkte anzubieten, die unter verantwortungsvollen Produktionsbedingungen hergestellt wurden. In einer Welt mit endlichen planetaren Grenzen und zunehmender Verknappung von Ressourcen sowie zunehmender gesellschaftlicher Aufmerksamkeit in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit werden langfristig nur jene Unternehmen überleben, die ihre Kern-Funktion überdenken. Ist es das höchste und unangefochtene Ziel eines Unternehmens einen größtmöglichen monetären Gewinn für die Shareholder zu erwirtschaften? Wir glauben „Nein!“. Natürlich müssen auch wir Gewinn erwirtschaften, um langfristig bestehen zu können, dieser ist aber nicht das Kernziel unserer Unternehmung. Der Wille und die Wahl der Prioritäten sind also entscheidend. Zum aktuellen Zeitpunkt besteht unser USP zu großen Teilen aus unserer sozial- und ökologisch verträglichen Produktion. Kunden werden sich den immensen ökologischen und sozialen Folgen der Bekleidungsindustrie bewusst und suchen zunehmend nach Alternativen. Die Alternative sind wir.

Wir würden uns trotz allem selbst nie als absolut nachhaltig bezeichnen. Das würde ja bedeuten, dass wir an einem Ziel angekommen wären und uns nicht mehr verbessern könnten. Das ist natürlich Quatsch! Die ökologische und sozialverträgliche Produktion stellen wir u. a. durch die Zusammenarbeit mit GOTS, Fair Trade und der Fairwear Foundation sicher. Der Kern liegt unserer Ansicht nach aber im Mindset und der Mission des Unternehmens. Wofür ist man als Unternehmen da? Worin besteht die gesellschaftliche Aufgabe?

Neben unserer Mission, kompromisslose, schöne Produkte anzubieten, haben wir uns diesbezüglich unter dem Motto „Nothing to hide“ der Transparenz in alle Richtungen verpflichtet. Einerseits in Richtung Lieferanten, denn viel zu häufig funktioniert die Kommunikation in Lieferketten von Bekleidungsunternehmen vor allem durch eins: Druck, wenn nicht sogar Erpressung. Frei nach dem Ansatz: „Wenn du mir nicht den Preis X anbieten kannst, gehen wir eben zu einem anderen Lieferanten.“ Die Modemarken haben hier eine Machtposition, die sie größtenteils voll ausspielen. Das widerspricht unserem Ansatz zutiefst. Dementsprechend diktieren wir unseren Kunden auch keine Preise, sondern arbeiten mit einem Open-Costing-System, das unter anderem auf Materialaufwand und Lohnkosten beruht, die mindestens die Zahlung des Mindestlohns ermöglichen. Dabei legen wir dem Lieferanten außerdem unsere eigene Preisstruktur offen, um größtmögliche Transparenz herzustellen. Das entspricht unserer Überzeugung mit unseren Lieferanten auf Augenhöhe zu kommunizieren. Dazu lassen wir uns beispielsweise auch einmal im Jahr von unseren Lieferanten bewerten. Sie erhalten einen Fragebogen, in dem wir um ein Rating unserer Arbeit und um Anregungen für eine noch bessere Zusammenarbeit bitten. 

Gleiches gilt für die Kommunikation an den Endkunden, denen wir z. B. in unserem Social Report die Kostenstruktur anhand von Beispielprodukten offenlegen. Insgesamt betrachten wir Nachhaltigkeit nicht als Zustand, sondern als einen immer fortlaufenden Prozess.

Unsere aktuelle und neue strategische Ausrichtung heißt Circularity, also die Entwicklung hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Das umfasst unter anderem Möglichkeiten wie Leihen, Reparieren und Recyclen, geht aber weit über die Einzelaspekte hinaus, da bereits beim Produktdesign die Weiterverwertung nach der ersten Gebrauchsphase mitberücksichtigt werden muss. Darüber hinaus müssen Systeme installiert werden, welche die Rohstoffe als Wertstoffe aufrechterhalten.
Das ist momentan unsere Herausforderung.

Wie ist das Vertriebsmodell von ARMEDANGELS? Online only oder bekommt man Eure Produkte auch im Handel?

Wir bedienen sowohl den E-Commerce als auch den stationären Handel mit ca. 900 POS europaweit. 

Welche Digitalstrategie verfolgt ARMEDANGELS und wie passt E-Commerce und Nachhaltigkeit eigentlich zusammen? 

Wir sind als reines digitales Unternehmen gestartet und haben dann im Laufe der Zeit auch den stationären Vertrieb ergänzt. Online ist für uns daher ein wichtiger Treiber des Geschäfts und in Zeiten der Corona-Krise wird online noch wichtiger. Wir haben daher jetzt auch das B2B-Geschäft online umgestellt, um Vororder und Nachorder für die Händler kontaktlos zu ermöglichen.

Der aktuelle Onlineshop von ARMEDANGELS basiert auf Magento 1.9. Welche Punkte haben zuletzt für so große Herausforderungen gesorgt, dass Ihr alternative E-Commerce-Systeme eruiert habt?

Magento 1.9 ist ein hervorragendes System aber auch schon sehr alt. Mit dem Ende des Supports und dem immer stärker steigenden Mobile Traffic war für uns klar, dass wir ein neues System brauchen, um die Seite schnell und sicher genug aufzustellen.

Was waren die Anforderungen an ein neues Shop-System?

Wir haben nach einem System gesucht, dass uns auch für die nächsten 5-7 Jahre eine moderne Plattformarchitektur bietet und es uns ermöglicht, einen Headless-Ansatz zu verfolgen, weil wir davon ausgehen, dass sich der Anteil der Mobile User weiter erhöhen wird und Geschwindigkeit hier einer der wichtigsten KPIs ist.

Warum fiel die Wahl letztlich auf Shopware 6?

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Mit welcher Agentur setzt Ihr das Projekt um?

Das Shop-Projekt setzen wir mit dem Shopware Enterprise Partner dasistweb um.

Der Go-Live des neuen Shopware 6 Shops ist für Sommer 2020 geplant. Wie weit ist das Projekt bisher schon vorangeschritten? Welche notwendigen Prozesse für den Relaunch werden aktuell vorbereitet? 

Die Shoppingweltmodule sind so gut wie fertig, aktuell arbeiten wir an den Schnittstellen zum ERP und PIM.

 

Vielen Dank für Eure Offenheit.
Wir wünschen Euch für die Zukunft alles Gute!

Bleib dran!

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Was kommt nach Magento 1?

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