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Minimum Viable Product - Diese Mehrwerte bietet Dir ein agiles Projektvorgehen

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Viele Unternehmen, die vor der Herausforderung eines neuen Digital Projektes stehen, befassen sich mit diversen Vorgehensweisen, Projektmethoden oder entwickeln einfach darauf los. Oft ist Unzufriedenheit und teures Scheitern die Folge von der falschen Herangehensweise und Methodik. Mit dem Ansatz des MVP, kann dies verhindert werden. Dabei kann eine MVP-Strategie sowohl jungen Start-Ups, also auch gestanden Unternehmen bei der Produktentwicklung helfen.  

Unser Shopware Enterprise Partner NEXUS United erklärt Dir im folgenden Gastartikel worum es sich beim MVP handelt, welche Vor- bzw. Nachteile Dir dieses Vorgehen bietet und was das konkret für Dein Shopware-Projekt bedeutet.

Was ist ein MVP-Ansatz?

MVP steht für Minimum Viable Product, was wörtlich übersetzt dem „minimal überlebensfähigen Produkt“ entspricht. Hin und wieder – so auch bei Shopware – finden sich Abwandlungen wie zum Beispiel das Minimum Lovable Product (MLP).

Auf Shopware bzw. eCommerce-Projekte bezogen, ist ein MVP damit ein pragmatisch komplexitätsreduziertes Produkt, dass es ermöglicht schnell an den Markt zu gehen, das Feedback von Kunden frühzeitig zu integrieren und das Produkt iterativ weiterzuentwickeln. Ein MVP ist somit ein dynamisches Produkt, was ein entsprechendes Vorgehensmodell und ein agiles Projektverständnis voraussetzen. Im MVP-Vorgehen werden Anforderungen spezifiziert, objektiv priorisiert und pragmatisch in Phasen realisiert.

So umfangreich wie nötig, so simpel wie möglich

Shopware Projekte im Speziellen sind insbesondere bei der Integration in eine bestehende Systemlandschaft (ERP, PIM, CRM, etc.) und der funktionalen Erweiterung komplex. Aus der technischen, organisatorischen und kaufmännischen Unsicherheit heraus, versuchte man ehemals in isoliert erstellten, fixierten Lastenheften und Wasserfallmodellen, das Projekt durch intensive Vorab-Planung erfolgreich zu gestalten. Die Realität zeigt, dass dieses tradierte Vorgehen regelmäßig scheitert, da selbst eine perfekte Planung nicht auf die extrem dynamische Umwelt (insbesondere auch Kundenanforderungen) und die daraus resultierenden, wechselnden Anforderungen ausgelegt ist. 

Diese Dynamik ist übrigens nicht nur in großen Enterprise-Projekten zu finden, sondern durchaus auch in kleineren Kundensegmenten. Oft sind die Anforderungen zwar klar umrissen und der vermeintlich passende Dienstleister schnell gefunden, aber dann fängt das Projekt an sich ungut anzufühlen. Eine Menge Themen poppen auf einem tieferen Detaillevel auf (Template-Integration, Schnittstellen-Architektur, Abstimmungen mit Drittdienstleistern, Prozessabweichungen im Einspielen von Contents & Daten und viele mehr) und führen zu Mehraufwänden, einer verschobenen Timeline und im schlimmsten Fall zu finaler Frustration und dem Projektabbruch.

Ein MVP-Ansatz hätte die Anforderungserhebung ermöglicht, die Komplexitäten bewertet,  aufgezeigt und frühzeitig auf in Shopware verfügbare alternative Lösungsmöglichkeiten verwiesen, wie die Themen ohne allzu große Aufwände realisiert werden können. 

Was sind die Vorteile des MVP-Ansatzes?

Der Ansatz ist schnell, kostengünstig und reduziert das Risiko durch saubere Priorisierung der Anforderungen und deren pragmatische Umsetzung. Auf Shopware bezogen bedeutet das MVP-Vorgehen, die grafischen und technischen Anforderungen sauber auf User Story Ebene mit Mock-Ups und Akzeptanzkriterien zu spezifizieren, gemeinsam zu priorisieren und mit dem Shopware Funktionsumfang und dessen Konfigurationsmöglichkeiten abzugleichen und dann einen gemeinsamen MVP zu verabschieden, umzusetzen und in weiteren MVPs auszubauen. Denn ein MVP ist immer nur der erste Schritt, die Basis für eine wohlüberlegte Weiterentwicklung der Lösung.

Übrigens ist die MVP-Umsetzung auch mit Kostendeckel möglich – dem vermeintlich größten augenscheinlichen Vorteil der Lastenheft-Wasserfall Methode – wenn die Anforderungen gemeinsam mit dem umsetzenden Dritten hinreichend aufbereitet wurden!

Was sind die Nachteile des MVP-Ansatzes?

Erfahrungsgemäß erlaubt Shopware mit seinen breiten aber oft versteckten Work-Arounds und Konfigurationsmöglichkeiten die Abdeckung von 70-80% der typischen Enterprise Anforderungen (B2C & B2B). In den fehlenden 20%-30% liegt unter Umständen das wahrgenommene Problem. Ein MVP ist selten die „Eierlegendewollmilchsau“, eben keine kompromisslose, der Vision zu 100% entsprechende, Lösung. Vielmehr handelt es sich um ein funktionierendes Basis-Produkt, das kontinuierlich ausgebaut und verbessert werden kann.

Auch eignet sich ein MVP tendenziell eher nicht für einen Major-Release Relaunch, der den Ist-Zustand + x „genauso wie es ist, nur mit ein paar mehr Features“ abbilden soll. Dies widerspricht dem MVP in allen Facetten. Es sollte kein „stupides“ Nachbauen z.B. auf einer neuen Version erfolgen, da dies zu unnötigen Mehraufwänden durch neue Prozesse oder neue Architektur der Version, etc. führt. In dem Ansatz fehlt die Priorisierung der Anforderungen nach Kundenmehrwert, man erzeugt lediglich einen neuen Klon des Status Quo.

Fazit

Wer sich für Shopware entscheidet, ist gut beraten dem MVP-Ansatz zu folgen. Shopware bietet in der 5er Version als funktionalem Standard oft vergleichbar gute Lösungswege für Anforderungen aber nicht zu 100% gemäß den Erwartungen. Eine 100%ige Umsetzung rechtfertigt oft aber auch nicht die damit verbundenen Aufwände, sowohl Kurzfristig (Entwicklung) wie langfristig (Performance, Sicherheit, Updatefähigkeit).  MVP bei Shopware bedeutet also die Anforderungen gemeinsam mit dem Umsetzer sauber zu dokumentieren und mit dem Funktionsset abzugleichen und zu konfigurieren. Das führt zu erfolgreichen Projekten mit vergleichsweise schnellem ROI, ohne für den Kunden nicht entscheidende „Sonderlocken“ in Individualentwicklungen, abweichend vom Funktionsset vor GoLive alternativ umzusetzen. Erweiterungen können sauber konzipiert und iterativ umgesetzt werden, ohne unnötige Abhängigkeiten und Komplexitäten in den Shopware-Kern hinein zu bauen.

 

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Unser Shopware Enterprise Partner NEXUS United bietet Dir eine Vielzahl von Beratungsleistungen von der Strategie bis zur Umsetzung, um Dich optimal bei der agilen Entwicklung Deines Digital Projektes zu unterstützen und zu begleiten.

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