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Commerce Orchestration: So steuerst du komplexe Systemlandschaften

Commerce Orchestration: So steuerst du komplexe Systemlandschaften

Commerce Orchestration bedeutet, dass du die Kontrolle über deine gesamte Software-Landschaft an einer zentralen Stelle bündelst. Anstatt dass jedes Programm (wie dein ERP oder dein PIM) mühsam einzeln mit deinem Shop kommuniziert, übernimmt eine Orchestration-Schicht die Koordination. Sie „weiß“ genau, welcher Schritt als Nächstes folgen muss, wenn ein Kunde beispielsweise auf „Kaufen“ klickt.

Commerce Orchestration: Das Wichtigste in Kürze

  • Der Dirigent deiner IT: Commerce Orchestration koordiniert alle deine Tools (ERP, PIM, CRM etc.) von einer zentralen Stelle aus.

  • Echtzeit: Das System reagiert sofort auf Ereignisse wie Käufe oder Bestandsänderungen.

  • Du kannst einzelne Software-Komponenten austauschen oder hinzufügen (Best-of-Breed), ohne das gesamte System zu gefährden.

  • Automatisierte Logik: Prozesse wie intelligentes Order-Routing oder globales Bestandsmanagement laufen ohne manuelle Eingriffe ab.

  • Kosten- und Fehlersenkung: Du reduzierst manuelle Datenpflege und technische Schulden durch eine entkoppelte, saubere Systemstruktur.

  • Shopware: Mit dem Flow Builder und einer konsequenten API-Strategie bietet Shopware dir die perfekten Werkzeuge für den Einstieg in die Orchestrierung.

Wozu benötige ich eine Commerce Orchestration?

Du benötigst Commerce Orchestration, um die zunehmende Komplexität deiner IT-Landschaft zu beherrschen. Sie ist immer dann hilfreich, wenn verschiedene Systeme gleichzeitig koordiniert werden müssen. Eine ​​Commerce Orchestration bricht Datensilos auf, verhindert manuelle Fehler durch automatisierte Workflows und bindet neue Kanäle oder Dienste an.

Silos aufbrechen und Synchronisation in Echtzeit

Vielleicht kennst du das: Deine Abteilungen arbeiten mit Systemen, die nicht direkt miteinander sprechen. Dein Marketing nutzt ein CRM, dein Einkauf ein PIM und dein Lager ein ERP. Ohne Orchestrierung entstehen für dich Verzögerungen und Datenfehler.

  • Sobald sich eine Information ändert, etwa ein Lagerbestand oder ein Produktpreis, verteilt die Orchestration diese Änderung sofort an alle deine angeschlossenen Kanäle.

  • Vermeidung von Überverkäufen: Da du die Bestände in Echtzeit über alle Marktplätze und deinen eigenen Shop hinweg synchronisierst, verhinderst du, dass deine Kunden Artikel bestellen, die physisch nicht mehr verfügbar sind.

Kürzere Time-to-Market dank Commerce Orchestration

Wenn du einen neuen Service einführen willst, zum Beispiel „Click & Collect“ oder einen neuen KI-Chatbot, scheitert dies oft an der starren IT-Struktur. Bei einer orchestrierten Architektur ist das anders:

  • Modularer Aufbau: Du musst nicht den Kern deines Shops umprogrammieren. Stattdessen dockst du den neuen Dienst einfach an die bestehende Orchestration-Schicht an.

  • Wettbewerbsvorteil: Du kannst neue Markttrends in Wochen statt in Monaten umsetzen, weil die technologische Abhängigkeit der einzelnen Systeme voneinander sinkt.

Skalierbarkeit und Fehlerprävention

Manuelle Prozesse sind bei wachsendem Bestellvolumen nicht nur teuer, sondern auch fehleranfällig. Orchestration automatisiert diese Abläufe im Hintergrund.

  • Intelligente Logik: Das System erkennt selbstständig, welcher Logistikpartner für eine Sendung am günstigsten ist oder von welchem Standort aus eine Teillieferung am schnellsten beim Kunden ankommt.

  • Entlastung der IT: Da Prozesse über eine grafische Oberfläche oder Regeln gesteuert werden, muss die IT-Abteilung weniger Zeit für die Wartung von individuellen Schnittstellen aufwenden.

Was sind die Kernkomponenten einer Commerce Orchestration Engine?

Die Kernkomponenten einer Orchestration Engine sind eine API-First-Architektur für die Anbindung von Drittsystemen, eine Event-driven Logic zur Echtzeit-Reaktion auf Geschäftsereignisse sowie ein übergeordnet agierendes Workflow-Management, das komplexe Abläufe automatisiert steuert. Diese Elemente bilden zusammen das technologische Fundament, um Datenflüsse zwischen Diensten wie Payment, Logistik und Bestandsführung zu verknüpfen und ohne manuelle Eingriffe auszuführen.

Order-Orchestrierung: Den Bestellfluss managen

Das Herzstück ist oft die Steuerung von Bestellungen (Order Management). Hier geht es darum, den Weg eines Kaufs vom Klick bis zur Lieferung zu optimieren.

  • Intelligentes Routing: Das System entscheidet automatisch, aus welchem Lager eine Bestellung versendet wird, um Versandkosten zu sparen oder die Lieferzeit zu verkürzen.

  • Order Splitting: Besteht eine Bestellung aus Artikeln, die an verschiedenen Orten liegen? Die Engine koordiniert die Aufteilung in mehrere Pakete und hält den Kunden über den Status jedes Teils auf dem Laufenden.

Inventory Orchestration: Bestände handhaben

Hierbei geht es darum, eine „Single Source of Truth“ für deine Bestände zu schaffen, egal wie viele Lager oder Filialen du betreibst.

  • Globaler Lagerbestand: Die Engine fasst alle Bestände virtuell zusammen. So kannst du im Onlineshop auch Artikel verkaufen, die eigentlich in einer physischen Filiale im Regal liegen (Omnichannel).

  • Puffer-Management: Du kannst Regeln festlegen, dass ab einem gewissen Restbestand ein Artikel nur noch im eigenen Shop und nicht mehr auf Amazon verkauft wird, um Fehlverkäufe zu vermeiden.

Die Rolle von KI: Predictive Orchestration

Einige Engines nutzen zunehmend künstliche Intelligenz, um Prozesse vorausschauend zu steuern.

  • Bedarfsprognose: Die KI erkennt Muster und bereitet das System darauf vor, dass in einer bestimmten Region bald mehr Bestellungen für ein Produkt eingehen werden.

  • Dynamische Logik: Wenn ein Streik bei einem Versanddienstleister angekündigt wird, kann die Engine den Versandweg proaktiv auf einen anderen Partner umstellen, bevor es zu Verzögerungen kommt.

So setzt du deine Commerce Orchestration mit Shopware um

Shopware fungiert als der flexible Kern deines Commerce-Ökosystems, der es dir ermöglicht, Regeln für Preise, Versand und Kommunikation ohne Programmieraufwand festzulegen und selbst komplexe Datenströme zwischen deinem Shop und externen Tools wie ERP oder PIM zu koordinieren.

Der Flow Builder als dein grafischer Orchestrator

Eines der mächtigsten Werkzeuge für deine Orchestrierung ist der Shopware Flow Builder. Er erlaubt es dir, komplexe Geschäftslogiken visuell abzubilden.

  • Automatisierte Abläufe: Du kannst festlegen, dass bei einem bestimmten Ereignis (z. B. "Bestellung eingegangen") automatisch eine Reihe von Aktionen in verschiedenen Systemen ausgelöst wird, vom Versand einer Webhook-Nachricht an deinen Logistiker bis hin zur Aktualisierung deines CRM.

  • Keine Programmierung nötig: Viele Prozesse, für die du früher einen Entwickler gebraucht hättest, kannst du nun per Drag-and-Drop selbst konfigurieren und anpassen.

Während der Flow Builder Abläufe steuert, hilft dir der Rule Builder, die Bedingungen dafür festzulegen:

  • Kontextbezogene Regeln: Du kannst hochspezifische Regeln für Kundengruppen, Länder oder Warenkorbwerte definieren. Diese Regeln wirken sich sofort auf deine Preise, Versandarten oder verfügbaren Zahlungsziele aus.

  • Globale Konsistenz: Einmal definierte Regeln werden über alle deine Verkaufskanäle hinweg angewendet, sodass du sicher sein kannst, dass deine Geschäftslogik überall einheitlich greift.

Features - Flow Builder

Shopware wurde nach dem API-First-Prinzip entwickelt. Das bedeutet, dass jede Funktion des Shopsystems über eine Schnittstelle (API) erreichbar ist.

  • Nahtlose Integration: Du kannst "Best-of-Breed"-Lösungen für Suche, Payment oder Marketing-Automatisierung so tief integrieren, dass sie wie ein nativer Teil deines Shops wirken.

  • Headless-Fähigkeit: Du kannst Shopware als reines Backend (Commerce Engine) nutzen und verschiedene Frontends, von der Smartwatch bis zum Social-Media-Kanal, zentral orchestrieren.

Headless-API

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Commerce Orchestration – häufige Fragen und Antworten

Was ist der Hauptvorteil der Commerce Orchestration gegenüber einer Middleware?

Während eine klassische Middleware Daten lediglich zwischen Systemen transportiert (Punkt-zu-Punkt), fungiert die Commerce Orchestration als intelligenter Dirigent. Sie trifft logische Entscheidungen in Echtzeit und steuert komplexe Workflows über mehrere Systeme hinweg, anstatt nur Informationen zu kopieren.

Ersetzt eine Orchestration Engine mein ERP-System?

Nein. Das ERP bleibt deine zentrale Datenquelle für Finanzen und Warenwirtschaft. Die Orchestration Engine setzt sich jedoch „oben auf“ und koordiniert den Datenfluss zwischen dem ERP, deinem Shop, dem PIM und externen Logistikern, um Prozesse wie das Order-Management zu automatisieren.

Brauche ich die Commerce Orchestration auch als kleiner Händler?

Für sehr kleine Setups mit nur einem Shop und einem Versandweg reicht oft ein Shopsystem aus. Sobald du jedoch Omnichannel verkaufst (z. B. Shop + Amazon + Ladengeschäft), mehrere Lager nutzt oder verschiedene spezialisierte Tools einbindest, wird Orchestrierung zum entscheidenden Hebel für deine Effizienz.

Wie hilft Orchestration bei der Internationalisierung?

Sie ermöglicht es dir, länderspezifische Dienste (z. B. lokale Versanddienstleister oder Steuer-Tools) einfach „anzudocken“. Die Engine sorgt dafür, dass für jede Bestellung automatisch die richtigen regionalen Regeln und Partner ausgewählt werden, ohne dass du den Kern deines Shops umbauen musst. Hier findest du mehr zur E-Commerce Internationalisierung.

Welche Rolle spielt Shopware bei der Orchestrierung?

Shopware dient als hochflexibler Commerce-Kern. Durch Tools wie den Flow Builder und die API-First-Architektur übernimmt Shopware selbst viele Orchestrierungs-Aufgaben.