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Das Interview mit Shopware-Kunde "textilwerk.io" zur Corona-Situation

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Unser Shopware-Kunde textilwerk.io produziert individuelle, von Künstlern*innen gestaltete und in Europa on-demand produzierte Heimtextilien. Damit bringt das Unternehmen Design-Textilien in jedes Zuhause und bietet Künstler*innen die Möglichkeit ihre Designs zu präsentieren und in ihrem großen Heimtextil-Sortiment zu verkaufen. Dabei achtet das textilwerk auf höchste Qualität und produziert alles auschließlich zusammen mit ausgewählten Herstellern in Europa. Besonders ist dabei, dass jedes Produkt erst nach dem Bestelleingang gefertigt wird. Auf diese Weise produziert das Unternehmen ausschließlich nachhaltige Textilien, die wirklich benötigt und nachgefragt werden. 

Im Interview erzählt uns Gründer Maik Ehmke, wie sich die aktuelle Corona-Krise auf das Unternehmen auswirkt und wie sie als Hersteller für Wohntextilien ihre Ressourcen nutzen, um zu helfen. 

 

Lieber Maik, das Corona-Virus hat das Land lahmgelegt. Seid Ihr auch von der Krise betroffen oder verspürt Ihr als Onlinehändler sogar ein Umsatz-Wachstum?

Glücklicherweise sind wir davon nicht betroffen. Nach der ersten Schock-Woche im März hat sich bei uns alles stabilisiert und wir sind deutlich gewachsen. Die Lieferwege sind frei und unsere lieben Kollegen*innen in unserem Werk in Polen arbeiten (natürlich unter den entsprechenden Sicherheitsstandards) relativ normal weiter. Zudem kommt ein Cocooning Effekt - Die Menschen machen es sich einfach hübsch in ihrem Zuhause, im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Das Wetter ist gut und wir haben total schöne neue Outdoor Kissen und tolle Themenwelten daraus gestaltet. ;-)

 

Ihr seid stark im Social-Media-Marketing und arbeitet teilweise auch über Instagram mit Influencern zusammen. Hat sich durch die Krise Eure Marketing-Strategie verändert?

Nein, unsere Marketing-Strategie hat sich dadurch nicht verändert. Wir setzen aktuell sehr stark auf Outdoor-Textilien und unsere Blogger zeigen in dem Zusammenhang wie sie ihren Balkon oder Terrasse mit unseren Textilien stylen. Das hat sich für uns gerade jetzt sehr bewährt. Die Menschen freuen sich über Inspirationen für ihren eigenen Outdoor-Bereich und machen es sich so schön wie möglich.

 

Schnell war für Euch klar, dass Ihr als Hersteller für Wohntextilien Eure Ressourcen nutzen wollt, um zu helfen. Erzählt doch einmal, wie kam es dazu und wie sieht diese Hilfe konkret aus?

Unsere Näherei in Polen hat, neben den Heimtextilien von textilwerk.io, auch immer wieder andere Aufträge, wie die Ausstattung von vielen Hotels, die in dieser Zeit zum Teil weggebrochen sind. Natürlich war das alles zunächst ein großer Schock für unseren Betrieb und die Mitarbeiter*innen. Als dann die erste Anfrage nach Mund-Nasen-Masken vom lokalen Bürgermeister kam, konnten wir die Produktion schnell umstellen. 

Die Situation entwickelte sich sehr sprunghaft und dynamisch. Es kamen immer mehr Anfragen rein und der Bedarf stieg enorm an. Damit aber die “Normalos” nicht die medizinisch wichtigen FFP2/3 Schutzmasken hamstern, haben wir gedacht: Wir haben Stoff, Nähmaschinen und unsere Super-Näherinnen. Wir wollten helfen den Bedarf der Endverbraucher zu decken und gleichzeitig dafür sorgen, dass die wichtigen Masken wirklich dahin kommen wo sie hingehören und dringend benötigt werden.

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textilwerk.io bietet in seinem Onlineshop seit neuestem auch Mund-Nasen-Masken an.

 

Welche Themen mussten vor dem Vertrieb der Masken geklärt werden? Gab es Herausforderungen, die Ihr bewältigen musstet? Welche Partnerunternehmen unterstützen Euch hier ggf.?

Als wir uns dann dazu entschlossen haben, ging eigentlich alles sehr schnell. Da wir schon geübte Start-Upper sind und ein Monster gutes (aber kleines) Team bei textilwerk.io arbeitet, haben wir alles wirklich schnell auf die Beine stellen können. Ich glaube in drei Tagen stand das meiste (Brand, Pricing, Vertriebskanäle, Packaging Fulfillment) schon und wir haben das Produkt online gestellt. Natürlich war zum Start noch nicht alles perfekt, aber das musste es auch nicht sein. Die Menschen waren einfach unglaublich dankbar für die sehr schnelle Hilfe.

 

Wie viele Masken habt Ihr bisher schon produziert? Wie und an wen vertreibt Ihr Schutzmasken? Und wie groß ist die Nachfrage aktuell? 

Aktuell produzieren wir ca. 50.000 Masken pro Woche und die sind dann auch schnell vergriffen. Die Nachfrage ist weiterhin sehr hoch. Wir verkaufen den Großteil an Endkunden - aus den oben genannten Gründen. Aber wir helfen da wo Hilfe gebraucht wird. So bekamen wir zum Beispiel eine Anfrage unseres örtlichen Altenpflegeheims St. Josef-Stift in Emsdetten, die dringend neue Masken brauchten und wir haben sofort 4.000 Stück zum Selbstkostenpreis vorbei gebracht. Einen Tag später bekamen wir dann einen Anruf einer ehemaligen Mitarbeiterin aus den 60er Jahren, die jetzt selbst im Josef-Stift ist und sich unter Tränen für die schnelle Hilfe bedankt hat. Das sind dann die Momente, wo man weiß warum man das hier alles macht.

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Maik Ehmke und Dan Schmitz, Geschäftsführer textilwerk.io, bei der Übergabe der Masken an den St. Josef-Stift in Emsdetten.

 

Wie ist das Feedback bisher zu den Schutzmasken aus Eurer Region oder auch auf Social Media? 

Das Feedback, was wir bekommen ist einfach überwältigend und durchweg positiv. Bereits in den ersten Tagen haben wir direkt sehr viele Anfragen von Einzelpersonen, und Unternehmern aus der Region bekommen, die unbedingt Masken benötigen.

Auch auf Social Media haben wir bisher durchweg positives Feedback bekommen. Die Menschen freuen sich, dass es Unternehmen gibt, die die dringend benötigten Masken zu fairen Preisen und zu fairen Bedingungen produzieren. 

Viel läuft aber tatsächlich auch offline. So haben Dan (ebenfalls Gründer…) und ich spontan einen Stand auf dem örtlichen Wochenmarkt aufgebaut um dort Masken zu verkaufen. Über die lokalen Zeitungen bekommen wir viel Aufmerksamkeit und Unterstützung. Wir bewerben unsere Masken eigentlich gar nicht :-)

 

Wie geht es nach der Krise für Euch weiter? Werdet Ihr die Masken dauerhaft in Euer Sortiment aufnehmen? 

Ich denke, dass ein Umdenken in der Bevölkerung stattfinden wird. Ähnlich wie im asiatischen Raum werden wir Europäer uns immer mehr an das Bild “Mensch mit Maske auf” gewöhnen. In Zukunft wird es sicherlich bei bekannten Modeketten  in der Accessoire Abteilung Masken mit Steinchen drauf geben. Das ist dann aber nicht unser Kerngeschäft und das können andere wohl besser als wir. Dennoch wollen wir auch etwas hübschere Masken, mit Designs aus unserer Crowd anbieten - damit man nicht so aussieht als würde man gleich in den nächsten OP-Saal geschoben werden ;-) Und die passenden Designs haben wir ja schon. 

Vielen Dank für Eure Offenheit.
Wir wünschen Euch für die Zukunft alles Gute!

Zum Shop von textilwerk.io

 

Wusstest Du schon?

Aus Oyoyo wird „textilwerk.io“! Vor einem Jahr haben die Geschäftsführer Maik Ehmke und Dan Schmitz das Start-up der Schmitz-Werke „Oyoyo“ gegründet. Mit seinem neuen Namen und Logo „textilwerk.io“ soll nun der erste Schritt der münsterländischen Textil-Tradition in Richtung Moderne gewagt werden.

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