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Planungssicherheit im E-Commerce: 5 Tipps, um die Liquidität Deines Webshops vorauszuplanen

Planungssicherheit im E-Commerce: 5 Tipps, um die Liquidität Deines Webshops vorauszuplanen

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Soll Dein Geschäft Im E-Commerce rund laufen, dann bedarf es einer guten Planung. Auch eine finanzielle Absicherung der Maßnahmen und Strategien muss gewährleistet sein, um nicht zwischen der Bestellung der Materialien, der Produktion der Güter und der Abwicklung des Verkaufsprozesses den Überblick über die Geldströme zu verlieren. In diesem Blogbeitrag gibt Dir Shopware Technology Partner Agicap 5 Tipps für eine sichere Liquiditätsplanung.

1. Ein- und Auszahlungen immer im Blick haben

Mache es Dir zur Gewohnheit, regelmäßig einen Blick auf Deine Geschäftskonten zu werfen. Das ist Voraussetzung Nummer 1 für Deine Liquiditätsplanung, denn nur wenn Du weißt, wie viel an Einnahmen und Kosten Du jeden Monat hast, kannst Du abschätzen, wie sich Deine Liquidität in Zukunft entwickeln wird.

Erstelle Dir am besten eine Liquiditätstabelle über die letzten sechs Monate in Deinem Business. Gehst Du mehrere Monate zurück, erkennst Du wiederkehrende Muster (vor allem bei Deinen monatlichen Kosten), die Dir dann die Abschätzung für die Planung leichter machen.

Pro Monat trägst Du die Auszahlungen und Einzahlungen in die Tabelle ein. Wenn Du dann die Auszahlungen von den Einzahlungen abziehst, siehst Du genau, ob Du am Monatsende eine positive oder negative Liquidität hast.

Damit die Tabelle nicht zu unübersichtlich wird, fasst Du die einzelnen Ein- und Auszahlungen zu Kategorien zusammen, zum Beispiel so:

  Einzahlungen   Auszahlungen
+ Zahlungen durch Kunden im eigenen Webshop - Gebühren für Verkaufsplattformen
+ Zahlungen durch Kunden auf anderen Verkaufsplattformen (z. B. Amazon oder eBay, gerne auch getrennt aufführen, dann siehst Du auch, wie viel Du auf jeder Plattform jeden Monat umsetzt) - Gebühren für Software Lizenzen 
+ Barzahlungen (wenn Du ein Ladengeschäft hast) - Personalkosten 
    - Lagerkosten
    - Materialkosten 

In Deinem Business kann es auch noch andere Kostenpunkte oder Einnahmequellen geben. Betrachte die Aufzählung also nur als grobe Richtlinie. Wichtig ist nur, dass Du sämtliche Ein- und Auszahlungen in Deiner Liquiditätstabelle berücksichtigst, denn nur so schaffst Du Dir einen glasklaren Durchblick.

2. Regelmäßig Kosten kontrollieren und optimieren

Eng verbunden mit Punkt 1 ist die regelmäßige Kostenkontrolle. Auch dabei hilft Dir Deine Liquiditätstabelle weiter. Oft sehen Unternehmer:innen bei der Erstellung zum ersten Mal, wofür sie alles Geld ausgeben. Nicht selten kommt es dann vor, dass Punkte identifiziert werden, bei denen das Unternehmen einsparen kann.

Eingesparte Kosten wirken sich unmittelbar positiv auf Deine Liquidität aus, denn alles, was Du an Geld einsparst, hast Du als Überschuss übrig, den Du anderweitig in Deinem Unternehmen investieren kannst.

Je nachdem, wie die Kostenstruktur in Deinem Unternehmen aussieht, gibt es verschiedene Ansatzpunkte, die Ausgaben zu optimieren. Schlüsselst Du zum Beispiel in Deiner Liquiditätsübersicht Deine Einnahmen und Ausgaben separat für jede Verkaufsplattform auf, siehst Du, wie sich Plattformgebühren gegenüber Deinem Umsatz dort verhalten. Vielleicht gibt es eine Plattform, bei der Du keine nennenswerten Umsätze machst, und die Gebühren nicht gerechtfertigt sind.

Sind die Lieferpreise bei Deinem Lieferanten in der letzten Zeit gestiegen? Hole Angebote bei anderen Lieferanten ein, oder vielleicht ist es sogar günstiger, direkt im Großhandel einzukaufen.

3. Realistisch planen

Manche Unternehmer:innen planen zu optimistisch. Positives Denken ist zwar gut für die Moral, aber bei der Liquiditätsplanung führt dies schnell dazu, den Blick für die Realität zu verlieren.

Sei deswegen ehrlich zu Dir selbst und schau Dir an, was realistische Umsätze für die kommenden Monate sind. Wenn der Markt gerade gesättigt ist und die Kundennachfrage zurückgeht, bringt es Dir nichts, wenn Du auf das Prinzip Hoffnung setzt und in Deiner Liquiditätsplanung von höheren Einnahmen ausgehst.

Beobachte den Markt und die Branche, in der Du tätig bist, genau. Leite daraus ab, wie hoch Deine Einnahmen und Deine Kosten in den nächsten Monaten sein werden. Explodieren die Rohstoffpreise? Gibt es Lieferprobleme bei bestimmten Produkten? All das wirkt sich auf Deine Einkünfte und Ausgaben aus.

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Behalte Markt und Branche stets im Blick, um rechtzeitig Änderungen zu erkennen, die Deine Einnahmen und Ausgaben beeinflussen.

4. Warnsignale und Chancen erkennen

Hast Du eine Liquiditätstabelle für die letzten Monate erstellt und Deine erwarteten Einnahmen sowie Ausgaben in die Zukunft projiziert, siehst Du schwarz auf weiß, wie sich Deine Liquidität entwickelt.

In der Liquiditätsplanung erkennst Du so schon im Voraus, ob Du in der nächsten Zeit mit einem Liquiditätsengpass zu rechnen hast. Erwartest Du beispielsweise, dass in den nächsten beiden Monaten die Kundennachfrage zurückgeht, spiegelt sich das in geringeren Einnahmen wider. Kannst Du dann trotzdem noch Deine Kosten decken? Ein Blick in die Tabelle beantwortet Dir diese Frage.

Die__ Liquiditätsplanung__ ist deshalb ein wichtiges Frühwarnsystem, die Dir mehr Zeit verschafft. Indem Du nämlich schon einige Wochen im Voraus siehst, dass Du Liquiditätsprobleme bekommst, kannst Du gegensteuern, und den Engpass entschärfen oder durch geeignete Maßnahmen komplett vermeiden.

Die Liquiditätsplanung zeigt Dir nicht nur Risiken auf, sondern auch Chancen für Dein Business. Erwartest Du in der nächsten Zeit eine hohe Kundennachfrage, generierst Du mehr Liquiditätsüberschuss. Siehst Du das schon im Voraus, kannst Du Investitionen besser planen. Vielleicht bildest Du mit den Überschüssen auch lieber Rücklagen oder investierst einen Teil der Erträge am Kapitalmarkt – je nachdem, was die Finanzstruktur Deines Unternehmens gerade erfordert.

5. Digitale Tools für die Liquiditätsplanung nutzen

Das Erstellen einer__ Liquiditätsplanung__ nimmt viel Zeit in Anspruch, wenn Du manuell eine Tabelle pflegst. Mittlerweile gibt es digitale Tools wie Agicap, die Dir die Arbeit massiv erleichtern. Die Liquiditätsplanungssoftware verbindet sich automatisch mit all Deinen Geschäftskonten und ruft von dort sämtliche Transaktionen ab.

Du sortierst diese einmalig in Kategorien ein und wiederkehrende Transaktionen werden dann automatisch in der richtigen Kategorie abgelegt. Die Software aktualisiert dann auch bei jedem Abruf Deine Liquiditätsplanung, sodass Du täglich einen Blick auf aktuelle Daten wirfst.

Mit einer Liquiditätsplanungssoftware kannst Du auch verschiedene Szenarien erstellen und beispielsweise simulieren, was passiert, wenn die Kundennachfrage drastisch sinkt. Dann erkennst Du, wie lange Du Dich mit Deinen Rücklagen über Wasser halten kannst, und kannst Dir im Vorfeld schon mal einen Plan B zurechtlegen, was Du im Falle eines Liquiditätsengpasses unternehmen willst.

Anstatt lange Zeit mit der manuellen Datenerfassung zu verbringen, kannst Du so auf Knopfdruck Deine Liquiditätsplanung abrufen. Damit bleibt Dir doch mehr Zeit für die wichtigen Sachen: Entscheidungen für Dein Business zu treffen, damit es noch erfolgreicher wird und auch schwierige Zeiten gut übersteht.

Fazit: Behalte diese 5 Tipps bei der Liquiditätsplanung immer im Blick

AutorÜber den Autor:

Dr. Nirmalarajah Asokan ist Senior Content Marketing Manager bei Agicap in Berlin. Er ist in den Themen Liquiditätsmanagement, Cashflow und Finanzplanung unterwegs.

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