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Von Shopware 5 zu 6 – Anforderungen fürs Migrationsprojekt richtig definieren

Von Shopware 5 zu 6 – Anforderungen fürs Migrationsprojekt richtig definieren

Der Support von Shopware 5 neigt sich dem Ende zu und ab Juli 2024 wird die vollständige Unterstützung eingestellt. Sicherheitsupdates werden dann weitestgehend nicht mehr bereitgestellt. Höchste Zeit, sich mit einer Migration auf Shopware 6 zu beschäftigen.

Erhalte in diesem Beitrag von Proxation einen Einblick darüber, wie eine Anforderungsbeschreibung gestaltet werden sollte, damit du ein genau kalkulierbares Angebot bei einem Dienstleister zur Migration einholen kannst – ohne dich zu tief im Thema „Requirements Engineering" zu verlieren. Des Weiteren dient die Ausarbeitung der genauen Anforderungen für dich dazu, dass das Endergebnis genau reflektiert und visualisiert wird.

Die genaue Planung, Darstellung von Abhängigkeiten und Präsentation von Timelines obliegt den Shopware Experten, denen du das Projekt anvertraust.

Für maximale Insights zum Thema und weitere Tipps zur Migration von Proxation steht auch ein kompletter Guide als Download zur Verfügung. 💡ℹ️

Warum kann die richtige Formulierung der Anforderungen signifikant Aufwand sparen?

Eine gute Kommunikation von Anfang an spart natürlich Aufwand auf beiden Seiten. Dabei geht es nicht nur um den benötigten regelmäßigen Austausch, der dadurch reduziert werden kann, sondern auch die Sicherstellung, dass immer in die richtige Richtung gearbeitet wird. Ziel sollte nicht nur sein, den Status Quo zu übernehmen, sondern mit dem neuen Shop in Zukunft bessere Leistungskennzahlen vorzuweisen. Folgende Punkte müssen in der Kommunikation von Anforderungen immer wieder reflektiert werden.

  • Vermeidung von Missverständnissen: Eine klare Anforderungsformulierung hilft, Missverständnisse in der Umsetzung und Planung zu vermeiden

  • Effizienz: Die klare Definition von ToDo’s spart Zeit auf allen Seiten

  • Qualität: Klare Anforderungen führen zu einem qualitativ hochwertigeren Endergebnis

  • Risikominimierung: Durch genaue Anforderungen können potenzielle Probleme ( beispielsweise Inkompatibilitäten) frühzeitig identifiziert und geprüft werden

  • Zielausrichtung: Sicherstellung, dass das Migrationsprojekt den Geschäftszielen und Performance-Kennzahlen (beispielsweise Pagespeed) entspricht

Relevante Fragen für die Anforderungsbeschreibung:

1) Welche Shopware Version wird aktuell genutzt?

Gerade für die Datenmigration und die Verwendung des Migrations-Connectors ist diese Frage relevant.

2) Welche Community-Store Plugins werden aktuell genutzt?

Gibt es von den genutzten Plugins bereits eine Shopware 6 Version? → Wenn ja, bringen diese auch wirklich den exakten Funktionsumfang mit sich?

Werden aktuell genutzte Plugins gar nicht mehr benötigt, da diese nun im Standard-Umfang von Shopware 6 enthalten sind? Welche Alternativen mit ähnlichem Funktionsumfang gibt es für Shopware 6?

3) Gibt es Eigenentwicklungen, dessen Funktionen auch in Shopware 6 abgebildet werden sollten?

Viele Funktionen, die man in Shopware 5 nur mit Plugins aus dem Community Store oder durch Eigenentwicklungen ermöglichen konnte, sind in Shopware 6 im Standard enthalten.

Es gilt daher zu prüfen, inwieweit die Funktionen mit Shopware 6 bereits abbildbar sind. Dafür benötigt es eine Funktionsbeschreibung des Features, idealerweise die Bereitstellung des Plugin-Codes, damit die Experten für die Shop-Migration genau evaluieren können, wie das Feature in Shopware 6 funktionieren soll.

Unser Tipp: Funktionale Erweiterungen sind oft sinnvoll mit dem neuen Rule Builder oder Flow Builder zu integrieren, um für den Shop-Betreiber maximale Flexibilität sicherzustellen.

4) Gibt es Schnittstellen zu externen Systemen, die weiterhin benötigt werden?

Ein Shop ist oft von externen Anbietern abhängig – sei es Payment, Versand, Marketing, PIM oder Warenwirtschaft. Damit alle bisherigen Prozesse auch weiterhin funktionieren, muss genau geprüft werden, ob bereits fertige Schnittstellen dieser Anbieter zu Shopware 6 existieren.

Sehr wichtig ist auch, ob sich der Funktionsumfang der Shopware 5 Integration mit dem Funktionsumfang der Shopware 6 Integration deckt. In vielen Fällen ist das leider nicht selbstverständlich und eine genaue Prüfung innerhalb einer Testumgebung wird viel Zeit und Geld im Migrationsprojekt sparen.

5) Gibt es mehrere Kundengruppen?

Innerhalb dieser Frage ist auszuarbeiten, was genau sich zwischen den Kundengruppen unterscheidet. Sind es nur die Preise, Versand- und Zahlungsarten oder betrifft dies auch die Sichtbarkeit von beispielsweise Produkten oder Kategorien? Die Nutzung von mehreren Kundengruppen (beispielsweise „Privatkunden“ und „Händler“) ist in Shopware 6 über den Rule Builder konfigurierbar und entspricht einem anderen Workflow als in Shopware 5. Die Prüfung ist relevant, da beispielsweise die Darstellung unterschiedlicher Inhalte pro Kundengruppe das “Dynamic Access” Feature von Shopware erfordert. Dieses Feature ist aber erst ab der Evolve Edition enthalten.

6) Wie sieht die Versand- und Bezahlstruktur aus?

Über den Rule-Builder können viele Szenarien für die Gestaltung der Versandkosten einfach abgedeckt werden. Geht es aber darum, technische Daten wie Höhe x Breite x Länge etc. für variable Speditionskosten darzustellen, kann sich Mehraufwand ergeben. Entsprechend sollten die Versandkosten vorab genau spezifiziert werden (auch ggf. länderabhängig!).

Ähnliches gilt für das Thema Zahlungsarten. Gibt es hier bestimmte Zahlungsanbieter die du gerne einbinden möchtest oder sogar gewisse Einschränkungen in deinem Zahlartenangebot? Zum Beispiel so, dass Kunden “Kauf auf Rechnung” erst ab der zweiten Bestellung tätigen dürfen?

7) Welchen Hosting-Anbieter nutzt du?

Teil des Shopware Ökosystems sind mittlerweile sehr viele zertifizierte Hosting-Partner. Hier solltest du abklären, ob dein Hosting-Anbieter die Hardware-Anforderungen von Shopware 6 erfüllt und dein Webspace eine zusätzliche Shopware 6 Installation zulässt.

Unsere erste Wahl bei Proxation: maxcluster.de

8) Beibehaltung der Sichtbarkeit in Suchmaschinen und SEO

Gerade die Einrichtung von 301-Weiterleitungen ist absolut essenziell, um nicht sofort das bestehende Ranking zu verlieren. Daneben gibt es natürlich noch weitere Themen wie die Einrichtung der Sitemap & der robots.txt. Daneben gilt es idealerweise auch noch die Search Console einzurichten als auch den Google Tag Manager, um mit der Datenanalyse direkt ab Launch fortfahren zu können.

9) Welche Daten sollen migriert werden?

Ziel der Migration ist in den meisten Fällen auch die vollständige und fehlerfreie Übertragung aller Produktdaten, Kundeninformationen, Bestellungen, und so weiter. Bedingt durch Plugins ist zu beachten, dass viele Teilbereiche (beispielsweise Produktadministration) wahrscheinlich mit Freitextfeldern angereichert wurden. Für eine gut geplante Migration ist es unabdingbar zu definieren, welche dieser Zusatzfelder (=Freitextfelder) weiterhin benötigt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass Shopware 6 frei von Altlasten oder Datenmüll ist.

Für die Datenmigration dient meist der Migrationsconnector von Shopware als Basis. Dieser berücksichtigt jedoch den Shopware Standard. Für die Migration von Datenstrukturen, die durch externe Plugins erstellt wurden, solltest du Rat bei einem Shopware Experten suchen.

10) Individuelles Design oder Individualisierung auf Basis eines (gekauften) Templates?

Wenn du deinen Shop von Shopware 5 auf Shopware 6 migrierst, steht eine wichtige Entscheidung an: Solltest du ein komplett individuelles Design entwickeln lassen oder lieber auf die Individualisierung eines vorgefertigten Templates setzen? Beide Optionen haben Vor- und Nachteile, die es sorgfältig abzuwägen gilt. Als großer Vorteil einer individuellen Darstellung ist natürlich der Branding-Faktor und der Wiedererkennungswert, der damit geschaffen wird, andererseits steht natürlich der signifikant höhere Aufwand dagegen.

Migration Shopware 5 zu 6

Beispiel-Anforderung

Für Händler ist es hilfreich, folgende Fragen zu stellen, damit der Umsetzungspartner ein gutes Verständnis für die Anforderungen bekommt.

Die bisher dargestellten Themen wollen wir anhand eines Beispiels auf Basis der fiktiven Anforderung "Ich möchte diverse Produkte als Abo im Shop anbieten" verdeutlichen.

Was ist das Ziel?

Hier sollte der Zweck der Erweiterung erläutert werden. Das Ziel ist, den Umsatz der Verbrauchsartikel signifikant zu erhöhen und die Kundenzufriedenheit zu steigern, da diese Artikel automatisch regelmäßig versendet werden und somit keine erneuten Bestellprozesse der Kunden stattfinden müssen.

Welches Problem soll gelöst werden?

In diesem Fall geht es darum, dass viele Kunden in regelmäßigen Abständen immer dieselben Produkte bestellen und wir durch eine Abo-Funktion diesen Aufwand verringern können.

Welche Funktionen und Features sind erforderlich?

Beschreibe hier die benötigten Funktionen, die für die Abbildung der gewünschten Funktionalität dringend benötigt werden. In unserem Fall wäre das die Konfiguration von Lieferintervallen (Tage, Monate, Wochen?), die Konfiguration von Laufzeiten (Abo mit Laufzeit X Monate) oder mit welchen Zahlarten die Abo-Buchung kompatibel sein soll. Wie soll die Kündigung kundenseitig ablaufen? Wie soll die Darstellung auf Produkt-, Warenkorb- und Checkout-Seite aussehen, als auch in E-Mails? Gerade in dieser Frage ist es essentiell zu reflektieren, welche Konfiguration man als Shop-Betreiber benötigt und wie die Darstellung im Frontend aussehen soll.

Auf Basis der gesammelten Informationen ist bereits eine erste Prüfung durch Shopware Experten möglich. Im Anschluss werden Detailfragen geklärt, beispielsweise:

  • Was genau soll passieren, wenn der Kunde einen Mischwarenkorb (Abo- und Nicht-Abo-Produkte) hat?

    • Option A: Abo-Produkte gehen ins Abo, Nicht-Abo-Produkte werden nur einmal geliefert.

    • Option B: Wenn mind. ein Abo-Produkt im Warenkorb ist, ist der ganze Warenkorb Teil des Abos.

Professionelle Aufwandseinschätzung – Schema

Eine fachmännische Aufwandsschätzung inkl. der einzelnen Komponenten sollte wie folgt aussehen:

(h steht dabei für Stunden)

[X h] Schätzung

  • [x-y h] Plugin Fundament anlegen

    • [1-2h] Plugin Grundgerüst anlegen und konfigurieren

    • [10-15h] PayPal Grundstruktur anlegen

      • Es gibt hier faktisch kein PHP-SDK mehr, “nur noch” REST APIs

      • Daher Guzzle o.Ä. einrichten, um mit PayPal zu kommunizieren

      • Sonstige Struktur anlegen

        • DTOs, Klassen, Helfer, Hydratoren, …

  • [x-y h] Produkt-Abo Entität anlegen

    • [3-5h] Anlage sobald bei einem Produkt “Abo aktivieren” gewählt wird

      • Inklusive Assoziation zum Produkt

    • [1-2] [Optional] Welche Laufzeit wurde konfiguriert?

Anhand einer übersichtlichen Aufwandsschätzung ist eine effiziente Arbeitsweise mit dem Entwicklungspartner möglich. Die genaue Darstellung der Aufwände ermöglicht eine große Transparenz mit nachvollziehbarem Workflow und der Aufstellung eines realistischen Zeitplans.

Mach dich und deine Mitarbeiter mit Shopware 6 vertraut – in einer Testinstallation

Die Umstellung auf Shopware 6 ist nicht nur ein technischer Prozess sondern wirkt sich auch auf den Arbeitsalltag aus. Es ist unabdingbar, dass sich du und/oder deine E-Commerce-Mitarbeitenden mit der neuen Shopware 6 Version vertraut machen – idealerweise schon vor dem Start des Migrationsprojekts. Auch ist risikofreies Experimentieren möglich: Du kannst verschiedene Funktionen ausprobieren, Anpassungen vornehmen und die Auswirkungen verschiedener Einstellungen erkunden. Dadurch entwickeln du und dein Team ein tiefes Verständnis für die neuen Features (beispielsweise Rule Builder und Flow Builder) und die veränderte Benutzeroberfläche von Shopware 6.

Fazit

Abschließend möchten wir festhalten, dass die Migration von Shopware 5 zu Shopware 6 eine hervorragende Gelegenheit bietet, deinen Onlineshop zukunftssicher zu gestalten.

Es ist ein Prozess, der sorgfältige Planung bedarf und ein tiefes Verständnis sowohl der technischen als auch der geschäftlichen Anforderungen erfordert. Um sicherzustellen, dass deine Migration reibungslos verläuft und deinen Erwartungen entspricht, empfehlen wir die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner wie uns – der Proxation GmbH – der Shopware Agentur aus München. Weitere Learnings und Tipps zur Migration kannst du im Shopware 6 Migration Guide nachlesen.


Über Proxation

Im Herzen Münchens angesiedelt, ist Proxation seit 2014 auf E-Commerce rund um Shopware spezialisiert. Die Agentur zeichnet sich durch ihre Erfahrung in Beratung, Entwicklung und Support von komplexen B2C & B2B Shopware-Shops aus. Mit zahlreichen eigenen Plugins im Community Store und als Pickware Partner Award Winner 2023 ist die Agentur auch in der Shopware Community sehr aktiv. Als offizieller Integrationspartner von Braintree (powered by PayPal) und einer der exklusiven PayPal Gold Partner im deutschsprachigen Raum, verfügt Proxation über spezialisiertes Know-how in der Einbindung verschiedener Zahlungsarten, der Entwicklung von Schnittstellen und Plugins.


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