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Shopware 6 Release News – das ist neu im April 2022

Shopware 6 Release News – das ist neu im April 2022

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Das letzte Release ist gerade mal zwei Wochen her, schon steht Shopware 6.4.10.0 in den Startlöchern. Das April-Release beinhaltet viele Verbesserungen für tägliche Aufgaben im Admin, zum Beispiel in Bezug auf Verlinkungen und die Mediensuche. Außerdem nehmen Neuerungen zugunsten rechtlicher Anforderungen einen großen Raum ein.

Lies alles in den Sektionen nach oder schaue Dir die Neuheiten im Release Video an.

 

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Anpassungen zu aktuellen rechtlichen Themen 

Erneuerte Preisangabenrichtlinie: Indiziere Deine Preise korrekt

Wenn Du innerhalb der EU mit Preisermäßigungen in Deinem Shop werben möchtest, ist für Dich die  relevant. Zugunsten der Verbraucher wurde entschieden, dass bei Preisermäßigungen neben der Ermäßigung auf den aktuellen Preis auch der niedrigste Preis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung angegeben werden muss. Dies ist in Artikel 6 der genannten Richtlinie so vorgeschrieben und bezieht sich auf den B2C-Kontext.

Allerdings gibt es Ausnahmen: Zum einen bezieht sich diese Regelung auf den B2C-Kontext. Das B2B-Segment ist davon also nicht betroffen. Zum anderen dürfen die jeweiligen Nationalstaaten in der EU eine Ausnahme für schrittweise Preiserhöhungen machen. Diese funktioniert wie folgt.

Beispiel: Wenn der Preis schrittweise ansteigend ermäßigt wird, kann der Preis vor der ersten Ermäßigung angegeben werden. Senkst Du in 30 Tagen zwei Mal den Preis, zum Beispiel erst von 100 € auf 80 € und dann auf 70 €, kannst Du erst mit 20 % und dann mit 30 % Ermäßigung werben und dabei 100 € als den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angeben.

Bedenke aber: Nicht alle Länder haben diese Ausnahme ermöglicht. Informiere Dich daher, ob das Land, in dem Du Deine Preisermäßigung anbietest, diese Ausnahme auch ermöglicht hat. Deutschland zählt zu den Ländern, in denen die Ausnahme erlaubt ist.

Das ist neu

Damit Du als Händler den niedrigsten Preis der vergangenen 30 dreißig Tage anzeigen lassen kannst, haben wir ein paar Anpassungen im Produkt vorgenommen.

Das heißt: Es gibt zwei neue Preisfelder in den Produktdetails, mit denen Du für ein Produkt den günstigsten Preis der letzten 30 Tage festlegen kannst – und zwar brutto und netto.

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Im gleichen Zug haben wir neben der allgemeinen Eingabemaske für Preise auch Anpassungen bei den währungsabhängigen und erweiterten Preisen vorgenommen. Außerdem haben wir die Mehrfachänderung angepasst, sodass Du die neuen Felder in einem Zug für alle ausgewählten Produkte anpassen kannst.

Wie sieht die Anzeige in der Storefront aus?

Wenn Du die neuen Felder entsprechend befüllt hast, können Nutzer in der Storefront neben dem aktuellen reduzierten Preis auch den niedrigsten Preis der vergangenen 30 Tage sehen. Dieser wird im Produktlisting, auf der Produktdetailseite, im Warenkorb und an weiteren relevanten Stellen im Shop angezeigt. 

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Anzeige im Produktlisting

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Anzeige auf der Produktdetailseite

Zum Hintergrund: Warum wir uns für diese Lösung entschieden haben

Du fragst Dich, ob diese Lösung nicht einfacher über eine Preishistorie und einer automatischen Berechnung des günstigsten Preises der letzten 30 Tage zu händeln wäre? Aufgrund der vielen Möglichkeiten der Preis- und Rabattgestaltung ist das Thema äußerst komplex und leider so nicht lösbar.

Hier ein paar Beispiele, die zeigen, warum eine Preishistorie mit automatisierter Preiserkennung nicht realisierbar ist:

  • Das Gesetz bezieht sich nicht nur auf Preisnachlässe durch Streichpreise, sondern auch auf Preisnachlässe für eine ganze Produktgruppe (Beispiel: 20 % auf alle Winterjacken).
  • Die Preise in Shopware können über das Regelsystem beliebig komplex gestaltet werden. Einige Preise gelten für alle Kunden und andere nur für ein bestimmtes Kundensegment.
  • Rabatte über Promotionen können ebenfalls eine sehr hohe Komplexität aufweisen und sind nur teilweise relevant für die neue Regelung. Zum Beispiel sind Rabatte wie „2 zum Preis von 3“ von der neuen Regelung ausgeschlossen, wohingegen Szenarien wie „50 % Rabatt auf alle Winterjacken, wenn der Wert des Warenkorbs 20 € übersteigt“ wahrscheinlich berücksichtigt werden müssten.
  • Rabatte, die durch einen Gutscheincode geschützt sind, können ebenfalls auf die Regelung angerechnet werden. Jedoch nur, wenn der Code öffentlich über ein Banner oder ähnliches angekündigt wurde. Für das Shopsystem ist dies leider nicht erkenntlich und somit unmöglich, automatisch zu bestimmen, ob Produktgruppen unter diese Regelung fallen oder nicht.

Wir wissen, dass die derzeitige Lösung für Händler nicht benutzerfreundlich ist. Aber für uns ist es aktuell die einzige umsetzbare Lösung, um Händlern eine rechtlich sichere Option bieten zu können. Da es sich um ein neues Gesetz handelt, gibt es noch keine relevanten Urteile dazu und es ist noch nicht klar, wie der Markt auf die neuen Anforderungen reagieren wird. Sollten sich zukünftig Auslegungen des Gesetzes durchsetzen, die einen benutzerfreundlichen Ansatz ermöglichen, werden wir die aktuelle Lösung überarbeiten.

Uns war es wichtig, diese Lösung schnellstmöglich zu integrieren, damit Du Dich bereits jetzt mit dem Thema befassen kannst. Beachte dabei auch, dass die Mehrfachänderung es Dir erleichtern kann, die neuen Felder zu befüllen. Außerdem sind die neuen Felder auch über die API zugängig. Du kannst also externe Tools anbinden, die auf eine automatische Preisberechnung setzen.

Ein weiteres Rechtsthema ist das Cookie Consent Tool. Es fragt Shopbesucher ab, welche ihrer Cookies gespeichert werden dürfen, zum Beispiel nur technisch notwendige Cookies oder auch Cookies zu Marketingzwecken. Viele Seitenbetreiber haben in der Vergangenheit die Auswahl beeinflusst, indem sie ihre präferierte Auswahlmöglichkeit auffälliger hervorgehoben haben. Das Telekommunikation-Telemedien-Datenschutzgesetz (TTDSG) soll dies unterbinden. Die Buttons eines Cookiebanners dürfen demnach nur noch in gleicher Farbe und Größe dargestellt werden, ansonsten besteht die Gefahr einer Abmahnung. Wir haben das Cookiebanner entsprechend angepasst.

Vorher:

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Nachher:

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Wenn Du Erlebniswelten oder andere Seiteninhalte für Deinen Shop gestaltest, möchtest Du sicherlich an der einen oder anderen Stelle Verlinkungen einbauen – beispielsweise zu einer Sales-Kategorie, zu einem bestimmten Produkt oder einer externen Seite. Damit Dir das ab jetzt noch einfacher gelingt, haben wir eine Select-Box eingebaut. Hier kannst Du nun auswählen, ob Du eine URL, ein Produkt, eine Kategorie, eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer verlinken möchtest. Je nachdem, was Du auswählst, werden Dir verschiedene Auswahlmöglichkeiten angezeigt. Wählst Du beispielsweise „Kategorie“, dann werden Dir bestehende Kategorien angezeigt, sodass Du nur noch auswählen musst, anstatt eine komplette URL einzugeben. Auf diese Weise kannst Du sauberer und schneller Verlinkungen setzen.

Ein weiterer Vorteil durch die neue Funktion: Ab jetzt sind auch dynamische Verlinkungen möglich. So kommt es zu keinerlei Problemen, wenn sich die URL im Nachgang nochmal ändern sollte, beispielsweise, weil Du eine Kategorie umbenannt hast.

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Ab jetzt kannst Du einen Typ für die Verlinkung auswählen

Verbesserte Mediensuche

Wenn Du bisher im Medienmodul der Administration nach Bildern oder anderen Medien gesucht hast, hat die Suche nur den aktuellen Ordner durchsucht, jedoch nicht die Inhalte in den einzelnen Unterordnern. Dies haben wir nun geändert, damit Du schneller genau das findest, wonach Du suchst. Diese Neuerung war übrigens mit 38 Votes durch die Community im Shopware Issue Tracker sehr gefragt.

Kleine Verbesserungen, große Wirkung

Diese kleinen Optimierungen sind ebenfalls Teil des aktuellen Releases und sollen Dir den täglichen Umgang mit der Shopware Administration erleichtern:

Die Funktion „Speichern und duplizieren“ findest Du nun sowohl in dynamischen Produktgruppen als auch im Rule Builder.
Bei dynamischen Produktgruppen wird Dir neuerdings der Kategoriepfad angezeigt, wenn Du eine Kategorie auswählst.
Produktbewertungen sind jetzt bei allen Produktvarianten sichtbar. Bei individuellen Produktdetailseiten (also welchen, die auf einer eigenen Erlebniswelt basieren) war dies bisher nicht der Fall.
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Speichern und duplizieren im Rule Builder Modul

Die Zusammenfassung im Release Video

In diesem Video zeigen wir Dir im Admin, was sich mit diesem Release geändert hat.

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  • Release News verpasst? Informiere Dich über vergangene Releases!
  • Alle Neuerungen kannst Du wie immer auch in der Upgrade.md oder in unserem technischen Changelog einsehen.
  • Welches Problem Dich auch beschäftigt, oft lohnt sich zuerst ein Blick in unsere Dokumentation.

Zum Download der neuesten Shopware Version

Shopware 6 Changelog

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Großen Dank an alle GitHub-Contributors für ihre knapp 30 Pull Requests, die in diese Version eingeflossen sind!

Nils Evers
Max
Marcin Kaczor
SkaveRat
Wolf
Rune Laenen
Martin Helmich
Bavarva Dhruv
Andreas Allacher
Melvin Achterhuis
Felix von WIRDUZEN

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