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Shopwares Tools für die Migration von Magento

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Justin Biddle blickt auf jahrelange Erfahrungen im digitalen Sektor zurück. Als Experte, Gründer, Berater und Shopware Evangelist gibt er in diesem Blogbeitrag ein Statement zu den Risiken des Re-Platforming und erklärt, wie man sie mit den richtigen Tools umgehen kann.

Du ziehst Shopware als neues Zuhause für Deinen Magento-Shop in Betracht? Dann hält Shopware ein wichtiges Tool für Dich bereit: ein Migrations-Tool, mit dem Händler schnell und einfach Daten aus dem Magento-Shop zu Shopware migrieren können. Gleichzeitig können damit große Risiken im Bereich des Re-Platforming umgangen werden.

Magento 1 hat sein "End-of-Life" erreicht

Die Verkündung des "End-of-Life" für Magento 1 hat für großen Aufruhr gesorgt: eine Flut alarmierender Ankündigungen verschiedener Personen ging umher, sei es seitens Adobe, der Payment-Industrie oder anderer konkurrierender Plattformen, die alle ihr Geschäft witterten. Seit Juli 2020 ist das "End-of-Life" nun tatsächlich offiziell erreicht. Falls Du noch immer nach einer neuen Lösung suchst, will ich Klartext sprechen: Ich würde mich freuen, wenn Du zu Shopware migrieren würdest – aber nur, wenn es auch die beste Plattform für Dein Geschäft ist (was sicherlich bei vielen der Fall sein wird). Doch zunächst sollten wir einen Blick auf die wirklichen Probleme werfen, um die es aktuell geht.

Adobe hat das End-of-Life für Magento 1 nicht noch weiter hinausgezögert. Warum? Ich glaube, dass alle, die nicht relativ zeitnah umgezogen sind, sich außerhalb des Enterprise-Segments bewegen. Deshalb ist Adobe wohl auch nicht so stark an dieser Kundengruppe interessiert. Diese Zielgruppe wird wahrscheinlich auf die Open-Source-Plattform umsteigen – und dadurch erzielt Adobe nur etwas geringere Einnahmen. 

Agenturen, die Magento oder konkurrierende Plattformen unterstützen, haben das End-of-Life zum Anlass genommen, um Geschäfte zu machen. Dabei haben viele eine Marketingstrategie verfolgt, welche die Ängste der Händler schürt. Für Agenturen war dies eine fantastische Gelegenheit, etwa 25 % der kleinen bis mittelständischen Unternehmen in kürzester Zeit zu einem Plattform-Wechsel zu bewegen. Und auch die konkurrierenden Plattformen haben versucht, Händler davon zu überzeugen, von Magento zu einem neuen System zu wechseln.

Das wurde verstärkt durch Aussagen der Payment-Industrie. Viele Anbieter warnen bereits seit langem davor, dass die PCI-Konformität nach dem Magento 1 End-of-Life nicht mehr gegeben sein wird, da Magento dann keine Sicherheitspatches mehr zur Verfügung stellt. Dabei wurde aber nicht an die vielen Plattformen und herstellergebundenen Anwendungen gedacht, die ihre Services via SDK/API integrieren und sich nun darüber freuen, ihre Services anbieten zu können. Gleiches gilt für die Unternehmen, die darauf vorbereitet sind, Patches für den Zeitraum nach dem End-of-Life anzubieten (wie zum Beispiel Mage One). Und nicht zu vergessen ist die Community – denn diese hat schon immer einen bedeutenden Beitrag zur Sicherheit von Magento geleistet.

Tipps fürs Re-Platforming

Abgesehen vom ganzen Marketing Hype – was rate ich Händlern, die nach dem End-of-Life von Magento 1 noch immer unschlüssig sind? Ganz klar Folgendes:

  • Führe keine neue Plattform ein – es sei denn, es gibt einen klaren Geschäftsfall, der dies erforderlich macht (dies fällt in die Kategorie "Risikomanagement").
  • Handle nicht unüberlegt. Stelle sicher, dass Dein Projekt vollumfänglich dimensioniert ist. Und was am wichtigsten ist: Sei Dir der Risiken eines Plattform-Wechsels bewusst und versuche diese Risiken weitestmöglich abzumildern. 
  • Lasse Dich nicht von auffälligen Frontends im E-Commerce blenden, sondern überlege, was für Dein Geschäft am wichtigsten ist: der Betriebsprozess. Gehe sicher, dass Du mit dem Management-System für Dein Kerngeschäft beginnst und Dich zur E-Commerce-Plattform vorarbeitest (sowie zu allen weiteren Sales Channels, die Du benutzt).
  • Bedenke, welche Bereiche am risikobehaftetsten sind: die Migration der Daten und die zuverlässige Anbindung weiterer Integrationen.

Du ziehst weiterhin Re-Platforming in Betracht – wie umgehst Du die Risiken?

  • Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. Services wie Mage One können für ein sicheres Payment Gateway sorgen. Dadurch entsteht ein viel geringeres Risiko als bei einem übereilten Re-Platforming.
  • Da die Daten-Migration eines der Hauptrisiken ist, sollten für Deine Zielplattform gute Tools zur Verfügung stehen, um Daten von Magento 1 zu übertragen. Magento selbst stellt entsprechende Tools bereit, aber diese werden nur unterstützt, wenn Händler einen Zwei-Jahres-Vertrag abschließen. Auch Shopware stellt solche Tools bereit.

Was sind die Risikobereiche?

Daten-Migration

Ein großer Risikobereich eines jedem Plattform-Wechsels ist die Art und Weise, wie Daten von einer Plattform auf die andere übertragen werden. Dabei spielen folgende Daten eine Rolle:

Produkte

Hierbei geht es nicht nur um die Basisdaten (die normalerweise in Produktattributen oder -eigenschaften gespeichert sind), sondern auch um konfigurierbare Produkte und Verknüpfungen wie bei Bundles oder Parent/Child-Beziehungen.

Kunden

Es gibt zwei Probleme, die bei Importen der Kundendaten vorkommen: 

Das erste betrifft die Passwörter. Verschlüsselte Passwörter lassen sich nur schwer migrieren. Oft hat dies auch zur Folge, dass Kunden neue Passwörter erstellen müssen, wenn sie sich bei der neuen Plattform zum ersten Mal anmelden – das stellt wiederum eine Barriere für die Conversion dar. 

Das zweite Problem bezieht sich auf die Validierung der Daten. Verschiedene Plattformen validieren Informationen auf verschiedene  Möglichkeiten. Und was niemand möchte, sind gespeicherte Adressen, die bei bestehenden Kunden Probleme beim Checkout-Prozess verursachen.

Bestellungen

Bestellungen sind besonders herausfordernd, da sie im Gegensatz zu Kunden und Produkten ein Konstrukt aus verschiedenen Entitäten sind. Jede Bestellung ist einem Kunden zugeordnet, ebenso aber auch einer Anzahl an Produkten, einer Versandart, einer Zahlung und einem Lieferschein – und sie alle sind voneinander abhängig. Daraus ergeben sich Probleme, wenn Bestellungen auf eine neue Plattform übertragen werden. Was passiert, wenn eine der zugrunde liegenden Entitäten fehlt?

Eines der größten Probleme von Agenturen, die eine Daten-Migration vornehmen, ist: Sie verstehen das Produkt-Set nicht annähernd so gut wie die Händler selbst. Deshalb sind sie oft auf ihre Hilfe angewiesen. Wenn es dazu eine Binsenweisheit gibt, dann diese: Händler unterschätzen IMMER, wie viel Arbeit ihnen abverlangt wird, um ein erfolgreiches Projekt durchzuführen.

Integrationen

Der zweite Risikobereich liegt in der Frage begründet, wie Daten zwischen den Systemen laufend synchronisiert werden können. Egal ob es sich um Zahlungssysteme, Auftragsverwaltungs-Plattformen oder CRM-Tools handelt: Aufgrund der Komplexität ist das Risikolevel hoch – zumal es auch negative Auswirkungen auf das operative Geschäft hat, wenn die Integrationen nicht korrekt funktionieren. Dieses Risiko kann teilweise gemindert werden, indem vorgefertigte Integrations- oder Middleware-Integrationsplattformen genutzt werden. Ein Restrisiko bleibt aber bestehen, da diese Produkte normalerweise nur die wichtigsten Anwendungsfälle und Datenstrukturen abdecken. Das wesentliche Problem besteht darin, dass Plattformen und Unternehmen häufig Features und Daten-Konstrukte anders nutzen, als sie ursprünglich vorgesehen waren.

Die Risiken aus dem Weg räumen – mit dem Magento-Migrationstool von Shopware

Da viele Shopware-Kunden von Magento kommen, hat das Shopware-Team eine Reihe von Tools entwickelt. Diese sollen sicherstellen, dass einer der wesentlichen Risikobereiche, nämlich die Daten-Migration, kein Problem mehr darstellt. Die Migrations-Tools sind kostenlos verfügbar und somit auch interessant für alle, die eine Open-Source-Version (Community Edition) nutzen wollen. Sollte für die Tools Support benötigt werden, sind jedoch die kommerziellen Lizenzen erforderlich. Die Migrations-Import-Profile wurden in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern erstellt, die sich mit beiden Plattformen bestens auskennen.

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Das Migrations-Tool zu händeln wissen

Es gibt viele Hilfestellungen, die Händler dabei unterstützen, die Tools einfach und effizient zu nutzen:

  • Zur Shopware Dokumentation
  • Zu Github (hier sind alle Felder aufgelistet, die das Migrations-Profil unterstützt)
  • Zum Webinar, welches in Zusammenarbeit mit unseren Partnern von MageOne entstanden ist

Welche Daten migriert das Tool?

Die folgenden Daten werden automatisch migriert:

  • Bestellungen
  • Produkte und Varianten
  • Kunden (einschließlich Passwörter, damit Kunden alte Passwörter behalten können)
  • Produktattribute (oder Eigenschaften, wie sie in Shopware genannt werden)
  • Sprachen
  • Produkt-Bewertungen
  • Shop-Struktur (Websites und Shop-Ansichten werden in Shopware Sales Channels migriert)
  • Kundengruppen
  • Kategorien und Kategoriestrukturen
  • Länder
  • Währungen
  • Newsletter-Abonnenten
  • Medien (einschließlich Produkt- und Content-Bilder)
  • SEO-URLs (zur Minimierung von 301-Mapping-Fehlern)

Was migriert das Tool nicht?

Das Tool kann nicht alles automatisch importieren. Für die folgenden Punkte muss eine manuelle Zuordnung vorgenommen werden, damit die relevanten Daten richtig übertragen werden:

  • Versand-Methoden
  • Zahlungs-Methoden
  • Steuersätze
  • Newsletter-Status

Für diese Fälle gibt es eine Mapping-Schnittstelle, sodass Du eine Shopware-Entität für alle Steuersätze und Methoden aus Deinem Magento-Shop erstellen kannst. Diese Schnittstellen bzw. Verbindungen werden dann so behandelt, als wären sie Teil der Migration.

CMS-Seiten und statische Blogs werden nicht migriert, weshalb sie in der Shopware-Plattform neu gestaltet werden müssen. Mit den Shopware Erlebniswelten gelingt dies aber einfach – zumal die Bilder ohnehin bereits migriert worden sind. Dokumente (Rechnungen und Versandscheine) werden ebenfalls nicht übernommen, da diese bei Magento direkt erstellt werden, bei Shopware aber als Entitäten gespeichert werden.

Das Migrations-Projekts verwalten

Sobald Du den Assistenten in Deiner Shopware-Instanz und das Magento-Profil installiert hast, kannst Du das Tool im Bereich Einstellungen der Shopware Administration öffnen. Du musst eine Verbindung zu Deiner Magento-Datenbank hinzufügen – dazu wirst Du in der Admin-Oberfläche Schritt für Schritt angeleitet.

Sobald Du eine Verbindung konfiguriert hast, benutze die Datenauswahl, um zu definieren, was Du übertragen möchtest. Anschließend startest Du die Migration. Dies sollte die Mapping-Schnittstelle aufrufen, die es Dir (wie bereits erwähnt) ermöglicht, Standard-Mappings für Dinge wie Zahlungs- und Versandmethoden zu definieren. Nun kann der Migrationsprozess starten.

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Du kannst die Migration so oft wiederholen, wie Du möchtest. Bei der ersten Migration werden alle migrierten Daten mit einer Prüfsumme versehen. Anhand dieser Prüfsumme erkennt der Migrationsassistent, ob Daten migriert werden müssen oder nicht. Dadurch wird verhindert, dass Daten doppelt migriert und möglicherweise überschrieben werden. So kannst Du auf sichere Weise Daten neu importieren, wenn Daten aktualisiert wurden (zum Beispiel Preise oder Lagerbestände), alle veränderten Werte werden noch einmal übertragen. Dies ist wichtig, um sicherzustellen, dass die Daten auf dem neuesten Stand sind, bevor Du live gehst.

Gut zu wissen: Das Magento-Migrations-Tool von Shopware wurde auf Herz und Nieren getestet – es wurde mit Hunderttausenden Produkten und Millionen von Kunden und Bestellungen problemlos durchgeführt. 

Andere Plattformen & Erweiterung des Tools

Der Migrationsassistent ist außerdem ein flexibles Tool, das zur Erstellung anderer Importprofile verwendet werden kann. So kannst Du es mit anderen Plattformen verbinden, um einen Import durchzuführen – das kann eine andere E-Commerce-Plattform sein (zum Beispiel entwickeln wir aktuell ein WooCommerce-Profil) oder beispielsweise so etwas wie eine PIM-Plattform. Es lohnt sich, ab und zu nach neuen Profilen zu schauen!

Fazit

Die Datenmigrations-Tools von Shopware können nicht nur die Schwierigkeiten, Daten von Magento zu übertragen, erheblich reduzieren. Sie sind auch ein Framework, mit dem Migrations- und Integrations-Tools erstellt werden können, um von beliebigen anderen Plattformen aus zu importieren. Flexibilität hat bei der Entwicklung eine große Rolle gespielt – und Shopwares lebhafte Developer Community ist versiert darin, diese Tools zu nutzen, um neue aufregende Innovationen zu ermöglichen.

Erfahre mehr zum Thema

Ob Migrations-Erklärvideo, Case Studies oder Whitepaper – wir haben viele nützliche Infos zur Migration von Magento zu Shopware für Dich auf dieser Seite zusammengefasst:

Zur Migrationsseite

Informationen zur Migration aus Entwicklersicht findest Du in diesem Blogbeitrag und Shopware für Magento Entwickler erklärt, findest Du hier.

Den Migrations-Assistenten von Shopware kannst Du ebenso wie das Magento-Migrationsprofil kostenlos im Store herunterladen.

 

Erfahre mehr im Vortrag vom diesjährigen Shopware Community Day 2020!