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Umfrage: Wie hart trifft die Corona-Krise Onlinehändler?

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Häufig fällt die Aussage, dass die Corona-Krise die Onlinehändler kaum bis gar nicht trifft und so mancher soll von ihr stark profitieren. Aber wie sieht das Stimmungsbild tatsächlich aus? Sind Onlinehändler lediglich geringfügig von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen? Wir haben bei 100 Händlern aus verschiedensten Branchen nachgefragt und die Ergebnisse liefern kein so eindeutiges Ergebnis wie manch einer annehmen mag. 

Ergebnisse unterscheiden sich stark 

Die Ergebnisse unterscheiden sich stark, teilweise sogar innerhalb der Branchen. Dennoch gibt es die „üblichen Verdächtigen“, die aufgrund der Krise im Durchschnitt sehr gut abschneiden, wie die Nahrungs-, Genussmittel & Getränkebranche und diese, die sehr schlecht abschneiden, wie die Branche Urlaub & Reisen. Die Ergebnisse anderer Branchen sind in der Regel je nach Händler sehr abweichend, wodurch sich keine branchenspezifischen Aussagen treffen lassen. Nehmen wir beispielsweise die Bekleidungsbranche, in der ein Onlineshop Kinderkleidung vertreibt und ein anderer Trachtenmode oder andere Mode zu speziellen Anlässen. Dass die Umsatztendenz bei diesen aktuell sehr stark abweicht, liegt auf der Hand.

COVID-19-Blog_Umfrage-Diagramm

Die Umfrageergebnisse bringen hervor, dass von den knapp 100 Befragten 26% ihre Umsatzerwartung für Q1 erfüllen konnten. Bei 40% der Befragten wurden diese übertroffen und bei 34% der Befragten lag der Umsatz unter den Erwartungen. Häufig wurden Umsatzsteigerungen von bis zu 30% genannt, vereinzelt sogar Umsatzsteigerungen von bis zu 100%. Interessanterweise zeigt sich dasselbe Bild auf der Gegenseite. Auch hier war der am häufigsten verzeichnete Umsatzrückgang bei bis zu 30% vermerkt. Einzelne mussten leider einen Umsatzrückgang von bis zu 100% verzeichnen.

Großteil der Onlinehändler erwarten für den Rest 2020 geringere Umsätze

Die Prognose für das restliche Jahr sieht negativer aus. Fast die Hälfte der Händler (45%) erwartet im Vergleich zu 2019 einen geringeren Umsatz. 42% halten eine Umsatzsteigerung für realistisch. Lediglich 12% der Händler sieht keine Auswirkungen der Coronakrise auf das Geschäft.

Wie man sieht ist die Situation sehr zwiegespalten. Auf der einen Seite stehen die Gewinner, die Umsatzsteigerungen von 100% erleben, während andere einen Umsatzrückgang von 100% aushalten.

Zwei Zitate von jeweils einer dieser Seiten zeigen dies sehr anschaulich. Auf die Frage hin, was passieren müsse, um die Coronakrise gut zu überstehen sagte ein Händler „Es muss so bleiben wie es ist, je mehr Krise, desto mehr wird gekauft (…) Bei uns herrscht Goldgräberstimmung.“ Während die Gegenseite schrieb „Der Drops ist gelutscht. Ich sehe keine Maßnahmen, die mir noch helfen könnten.“

Auch wenn von den lokalen Ladenbesitzern keiner unverschont blieb, kann nicht angenommen werden, dass der Onlinehandel als Konsequenz daraus boomt. Fehlendes Einkommen in der Bevölkerung sowie abgesagte Veranstaltungen und die allumfassende Ungewissheit trifft auch den Onlinehandel stark. Dennoch: Ein Großteil der Onlinehändler trägt keinen finanziellen Schaden davon und hat sogar gute Chance von der Krise zu profitieren.