
In Deutschland werden inzwischen mehrere hundert Milliarden Euro B2B-Umsatz pro Jahr über Online-Shops und Marktplätze abgewickelt. Ein beträchtlicher Anteil der Gesamtumsätze im B2B läuft heute über E-Commerce, mit stabilen Wachstumsraten trotz konjunktureller Schwächephasen.
Digitalisierung des Großhandels: Das Wichtigste in Kürze
Geschäftskunden erwarten digitale Bestellwege, vollständige Produktdaten, aktuelle Verfügbarkeiten und Self-Service-Funktionen.
Plattformen wie Amazon Business und Unite verschieben Marktanteile und erhöhen den Druck auf andere Großhändler.
Ein B2B-Shop oder Kundenportal bildet den einfachen Zugang zu Preisen, Bestellungen, Dokumenten und Serviceprozessen.
Stabile ERP-, PIM- und Logistikdaten sind Voraussetzung für korrekte Bestellungen und verlässliche Lieferzeitangaben.
Moderne Commerce-Plattformen müssen mitunter komplexe B2B-Anforderungen abdecken.
Shopware bietet dafür eine skalierbare, API-basierte Grundlage, um B2B-Shops, Kundenportale und Integrationen zuverlässig umzusetzen.
Warum ist die Digitalisierung des Großhandels wichtig?
Die Digitalisierung des Großhandels ist wichtig, weil wichtige Bereiche des Geschäfts, wie zum Beispiel Beschaffung, Vertrieb, Service, Preisfindung, Logistik und Datenhaltung, inzwischen überwiegend digital gesteuert werden.
Geschäftskunden informieren sich online, erwarten vollständige Produkt- und Verfügbarkeitsinformationen und nutzen Bestell- und Serviceprozesse auf digitalem Weg.
Parallel dazu gewinnen Plattformanbieter Marktanteile, und analoge Abläufe verursachen messbare Kosten und Verzögerungen. Ohne digitale Strukturen verliert der Großhandel Reichweite, Geschwindigkeit und Steuerbarkeit.
Wettbewerbsdruck durch Plattformen und Direktvertrieb
Marktplätze wie Amazon Business und Unite übernehmen immer häufiger Aufgaben, die traditionell beim Großhandel lagen: Artikelrecherche, Preisvergleich, Bestellabwicklung und teilweise sogar Lagerhaltung. Sie bieten große Sortimentsbreiten und verbindliche Lieferzeitaussagen.
Auch viele Hersteller entwickeln eigene Vertriebsportale oder E-Commerce-Kanäle. Für Großhändler bedeutet das: Kunden können direkt beim Hersteller bestellen, wenn der Bestellprozess dort einfacher oder schneller ist. Der bisherige Vorteil breiter Sortimente und persönlicher Betreuung reicht nicht mehr aus, wenn digitale Alternativen besser strukturiert, schneller erreichbar oder umfassender informiert sind.
Welche Bereiche betrifft die Digitalisierung im Großhandel?
Die Digitalisierung des Großhandels umfasst mehrere Handlungsfelder, die jeweils unterschiedliche Bereiche des Großhandelsgeschäftsmodells betreffen:
Der digitale Vertrieb
Der Umgang mit Marktplätzen
Die Prozessautomatisierung
Die systematische Nutzung von Daten
Die organisatorische Anpassung
Digitaler Vertrieb: B2B-Onlineshops und Kundenportale
Der digitale Vertrieb ist ein wichtiges Handlungsfeld, da ein Großteil der Produktrecherche und Bestellvorbereitung online erfolgt. Ein B2B-Shop übernimmt dabei Funktionen, die bisher über Telefon, Fax oder E-Mail abgewickelt wurden.
Kundenspezifische Preise und Rabatte: Abbildung komplexer Preisstrukturen aus dem ERP, inklusive Staffel-, Rahmen- und Sonderkonditionen.
Individuelle Sortimente: Anzeige von freigegebenen Artikeln pro Kunde bzw. Kundengruppe.
Schnellbestellfunktionen: Upload von Bestelllisten, CSV-Dateien oder Nutzung von Artikelnummern zur direkten Bestellung.
Verfügbarkeits- und Lieferzeitanzeigen: Ausgabe aktueller Lagerbestände und belastbarer Lieferzeitangaben direkt aus dem ERP oder WMS.
Self-Services: Bereitstellung von Lieferscheinen, Rechnungen, Retourenprozessen, Seriennummern oder Zertifikaten.
Hier findest du Tipps zur Preisgestaltung im B2B.
Marktplätze und Plattformstrategien
Marktplätze übernehmen zunehmend Aufgaben in der Beschaffung und werden parallel zu Lieferantenshops genutzt. Für Großhändler ergeben sich drei grundlegende Rollen:
Verkauf über bestehende Marktplätze: Nutzung externer Plattformen zur Reichweitenerweiterung und als zusätzlicher Absatzkanal.
Marktplatz als Ergänzung zur eigenen Website: Integration von Marktplatzfunktionen wie Händlerlisting, Produkterweiterungen oder Serviceangeboten.
Eigene Plattformmodelle: Aufbau eines eigenen Marktplatzes, auf dem zusätzliche Lieferanten, Fachhändler oder Servicepartner eingebunden werden.
Prozessdigitalisierung und Automatisierung
Die internen Abläufe sind für den Großhandel ein wesentlicher Kostenfaktor. Typische Digitalisierungsmaßnahmen bezüglich dieser Abläufe betreffen:
Auftragsbearbeitung: Automatische Erzeugung von Aufträgen aus Shop oder EDI ohne erneute Dateneingabe.
Lagerprozesse: Mobile Datenerfassung, beleglose Kommissionierung, automatisierte Tourenplanung.
Einkauf: Bedarfsermittlung auf Basis von Abverkaufsdaten, Mindestbeständen und Lieferzeiten.
Logistik: Automatisierte Erstellung von Versandetiketten, Avisen oder Zolldokumenten.
Dokumentendurchlauf: Digitale Ablage und Bereitstellung von Lieferscheinen, Rechnungen und Begleitdokumenten.
Datenmanagement und Produktinformationen
Großhändler arbeiten mit umfangreichen und teils sehr komplexen Produktinformationen. Fehlende oder inkonsistente Daten führen zu ständigen Rückfragen, Falschbestellungen und Problemen in der Logistik. Ein zentrales Handlungsfeld ist daher der Aufbau einer stabilen Datenbasis.
Einführung oder Modernisierung eines PIM-Systems: Strukturierte Pflege von Stammdaten, technischen Merkmalen, Dokumenten und Varianten.
Datenqualitätssicherung: Rollenverteilung, klare Verantwortlichkeiten, Pflegeprozesse und regelmäßige Validierungen.
Multichannel-Bereitstellung: Bereitstellung der gleichen Daten für Shop, Marktplätze, Kataloge, Kundenportale und interne Systeme.
Anreicherungen: Ergänzung von Texten, Bildern, Normen, Zertifikaten und kundenspezifischen Informationen.
Eine verlässliche Datenstruktur ist Voraussetzung für korrekte Bestellungen, funktionierende Self-Service-Prozesse und den sinnvollen Einsatz von Such- und Filterfunktionen.
Nutzung von Daten und KI im operativen Geschäft
Ein digitalisiertes System erzeugt umfangreiche Daten zu Bestellungen, Sortimenten, Preisen und Kundenverhalten. Konkrete Anwendungsbeispiele im Großhandel:
Nachfrageprognosen: Nutzung historischer Bestellmuster zur besseren Planung von Beständen und Wiederbeschaffung.
Preisermittlung: Identifikation von Artikeln mit geringer Marge oder Preisschwankungen und Erarbeitung strukturierter Preisstrategien.
Sortimentssteuerung: Erkennen von Sortimentsschwachstellen oder Artikeln mit geringer Relevanz im Vergleich zu Beschaffungs- oder Lagerkosten.
Identitäts- und Bonitätsprüfungen: Einsatz von Regeln und Modellen, um risikoreiche Bestellungen zu erkennen.
Analyse der Shopnutzung: Auswertung von Suchanfragen, Abbrüchen oder häufig aufgerufenen Artikeln zur Optimierung des Online-Sortiments.
Guide: Wie entwickle ich eine Digitalisierungsstrategie für den Großhandel?
Eine tragfähige Digitalisierungsstrategie gibt dir die nötige Klarheit darüber, was du digitalisieren willst, warum du es tust und wie du die Projekte in eine sinnvolle Reihenfolge bringst. Deine Digitalisierungsstrategie entsteht, indem du deine aktuelle Situation analysierst, Ziele definierst, die notwendigen Maßnahmen in eine umsetzbare Reihenfolge bringst und Verantwortlichkeiten festlegst.
Schritt 1: Analysiere deine Ausgangslage
Bevor du Maßnahmen festlegst, musst du wissen, wo du stehst. Prüfe deshalb deine aktuelle Situation entlang dieser Kriterien:
Customer Journey: Wie bestellen deine Kunden heute? Welche Informationen fehlen ihnen?
Systemlandschaft: Wie stabil und integriert arbeiten ERP, Lager, Shop, PIM und CRM miteinander?
Datenqualität: Sind Artikelinfos, Preise, Bestände und Kundenstammdaten vollständig und korrekt?
Prozesse: Wo entstehen Wartezeiten, doppelte Arbeiten oder Medienbrüche?
Wettbewerb: Welche digitalen Leistungen bieten direkte Mitbewerber oder Plattformen an?
Schritt 2: Lege deine Ziele fest
Dein Digitalisierungsweg braucht Ziele, an denen sich dein Geschäft orientieren kann. Typische Ziele im Großhandel sind:
mehr Bestellungen über digitale Kanäle
weniger manueller Aufwand für dein Backoffice
stabile Bestände und geringere Fehlmengen
höherer digitaler Umsatzanteil
bessere Datenqualität für Einkauf, Vertrieb und Logistik
Schritt 3: Erstelle eine realistische Roadmap
Lege die Reihenfolge deiner Projekte fest:
Grundlagen schaffen: ERP stabilisieren, Stammdaten aufräumen, PIM einführen oder modernisieren
Kernprozesse digitalisieren: B2B-Shop oder Kundenportal, automatisierte Auftragsübertragung, digitalisierte Lager- und Logistikprozesse
Erweiterungen: Marktplatzanbindung, zusätzliche Self-Service-Funktionen, Auswertungen und erste KI-Anwendungen
Schritt 4: Wähle die passenden Systeme und Partner
Achte bei der Auswahl deiner Technologie und Dienstleister auf:
Integration: Können die Systeme Daten zuverlässig austauschen?
B2B-Funktionalität: Preislogiken, Rollenmodelle, Sortimentssteuerung, Varianten.
Erweiterbarkeit: Marktplätze, Logistikpartner, zusätzliche Kanäle.
Stabilität: Performance, Support, Updatefähigkeit.
Erfahrung: Partner mit Großhandelsprojekten und Kenntnis der Prozesslandschaft.
Schritt 5: Schaffe klare Verantwortlichkeiten
Stelle sicher, dass:
Aufgaben für Stammdaten, Preislisten und Systempflege eindeutig verteilt sind
ein Verantwortlicher das Digitalisierungsprojekt koordiniert
alle betroffenen Bereiche geschult werden
regelmäßige Abstimmungen zwischen Vertrieb, Einkauf, Lager, IT und Marketing stattfinden
Beispiele für erfolgreiche Digitalisierung im Großhandel
Eine erfolgreiche Digitalisierung im Großhandel zeigt sich vor allem darin, wie Bestellungen abgewickelt werden, wie Daten gepflegt werden und wie schnell Kunden an die benötigten Informationen gelangen.
Die folgenden Beispiele aus Shopware-Projekten zeigen, welche konkreten Verbesserungen Unternehmen erzielen, wenn sie ihren Vertrieb, ihre Daten und ihre Prozesse digital ausrichten.
PMG hat mit Shopware ein modernes B2B-Portal geschaffen, das den Beschaffungsprozess für Fachhändler und Partner stark vereinfacht. Durch die tiefe Systemintegration werden selbst sehr komplexe Vertriebsziele und Konditionen in Echtzeit abgebildet.
Relevante Verbesserungen:
Individuelle Steuerung: Anzeige von Verkaufszielen und Kreditlimits direkt im Kundenkonto.
Automatisierungen: Kunden-Preise und -Konditionen werden nahtlos aus dem ERP-System übernommen.
Self-Service: Autonome Verwaltung von Bestellungen und Dokumenten reduziert den Aufwand im Support.
Navigation: Schneller Zugriff auf Fachsortimente für Einkäufer.
Nutzen:
Entlastung des Innendienstes durch digitalisierte Standardprozesse.
Übersicht für Kunden durch Echtzeit-Einblick in Budgets und Limits.
Fehlerreduktion bei der Auftragsabwicklung durch direkte Systemanbindung.
Das Projekt verdeutlicht, wie der Großhandel durch ein leistungsfähiges Portal den Vertrieb stärkt und parallel dazu die internen Verwaltungskosten massiv senkt.

Veolia hat Shopware genutzt, um ein Portal aufzubauen, über das Kunden Dienstleistungen, Geräteinformationen und Dokumente selbstständig abrufen können. Das System reduziert seitdem typische und somit wiederkehrende Rückfragen, die zuvor manuell beantwortet werden mussten.
Zugriff auf Verträge, Gerätedaten, Leistungsnachweise und Statusinformationen
Direktbuchung oder Anpassung bestimmter Services
Digitale Dokumentenablage für wiederkehrende Vorgänge
Verständliche Navigation zu technischen Inhalten
Nutzen:
spürbare Entlastung des Service- und Supportbereichs
weniger Unterbrechungen im Tagesgeschäft
höhere Zufriedenheit bei Kunden, die Informationen ohne Wartezeit benötigen

AIR-WOLF vertreibt technische sowie mitunter sicherheitsrelevante Produkte. Mit Shopware wurde die gesamte Shopstruktur so überarbeitet, dass Kunden bestimmte Produktvarianten schneller finden, diese Produkte besser vergleichen und Bestellungen ohne Rückfragen auslösen können.
sichtbare Trennung komplexer Varianten und technischer Merkmale
bessere Suchfunktionen, sortiert nach relevanten Parametern
responsives Design für die Nutzung auf mobilen Geräten im technischen Umfeld
Produktdarstellung für Einkäufer, die Normen oder Anforderungen prüfen müssen
Nutzen:
weniger Rückfragen zu technischen Details
geringere Fehlerquote bei Bestellungen
höhere Nutzungsquote des Shops durch gewerbliche Stammkunden

Digitalisierung im Großhandel mit Shopware
Der Digitalisierungsgrad im Großhandel entscheidet darüber, wie sichtbar du im Markt bist und wie stabil deine Kundenbeziehungen bleiben. Deine Kunden erwarten vollständige Produktdaten, verlässliche Lieferzeitangaben, verständliche Bestellwege und immer mehr Self-Service-Funktionen.
Shopware bietet dafür die passende technische Grundlage. Die Plattform ist darauf ausgelegt, anspruchsvolle B2B-Szenarien abzubilden und sich in deine bestehenden Systeme einbinden zu lassen:
API-first-Architektur: stabile Integrationen zu ERP, PIM, WMS, CRM und Marktplätzen
Leistungsfähige B2B-Funktionen: kundenspezifische Preise, Rollenmodelle, Freigaben, Schnellbestellung
Strukturierte Datenverarbeitung: klare Schnittstellen für Produkt-, Kunden- und Bestelldaten
Hohe Erweiterbarkeit: Module für Marktplätze, Konfiguratoren, Self-Services und individuelle Funktionen
Skalierbare Systembasis: geeignet für große Sortimente, viele Kundenkonten und komplexe Vertriebsstrukturen
Damit erhältst du eine Commerce-Plattform, die den Anforderungen deiner Kunden gerecht wird und sich an neue Geschäftsmodelle, Marktbedingungen oder Sortimente anpassen lässt.
Wir sind für dich da
Es ist deine Vision, die uns antreibt. Hinter Shopware stehen Menschen, die dir den Weg zum Erfolg ebnen möchten. Sag uns einfach was wir für dich tun können.
Digitalisierung im Großhandel – häufige Fragen und Antworten
Was gehört zur Digitalisierung im Großhandel?
Zur Digitalisierung im Großhandel gehören Bestellprozesse, B2B-Shops und Kundenportale, automatisierte Auftrags- und Logistikabläufe, strukturierte Produktdaten, E-Procurement-Anbindungen, Marktplatzintegration sowie die Nutzung von Daten für Einkauf, Vertrieb und Bestandsplanung.
Warum ist ein B2B-Shop für Großhändler wichtig?
Ein B2B-Shop ist wichtig, weil Kunden Preise, Verfügbarkeiten, technische Daten und Lieferzeiten digital erwarten. Ein Shop übernimmt Bestellungen, stellt Dokumente bereit, reduziert Rückfragen und entlastet den Innendienst.
Welche Vorteile bietet ein Kundenportal im Großhandel?
Ein Kundenportal ermöglicht Self-Service für wiederkehrende Vorgänge wie Nachbestellungen, Dokumentenabruf, Auftragsstatus und Reklamationen.
Welche Prozesse lassen sich im Großhandel schnell digitalisieren?
Schnell digitalisieren lassen sich Bestellannahme, Auftragsübertragung ins ERP, Dokumentenbereitstellung, Lagerprozesse (z. B. Kommissionierung per Scanner), Preis- und Bestandsabgleiche sowie die automatisierte Erstellung von Versandinformationen.
Was sind typische Herausforderungen bei der Digitalisierung im Großhandel?
Typische Herausforderungen sind unvollständige Produktdaten, fehlende Systemintegrationen, veraltete Prozesse, Medienbrüche zwischen ERP und Shop, fehlende Verantwortlichkeiten für Datenpflege sowie mangelnde Informationen zu Beständen und Verfügbarkeiten.
Wie wähle ich das richtige System für meinen B2B-Shop aus?
Wichtig sind Integrationsfähigkeit zum ERP, Unterstützung komplexer Preis- und Rollenmodelle, gute Variantenlogiken, Skalierbarkeit für große Sortimente, flexible Erweiterbarkeit und die Möglichkeit, Self-Services und E-Procurement-Funktionen zuverlässig abzubilden.



