
1. Von Klicks zu Konversation – die Kunden-Perspektive
Du landest in einem Onlineshop und suchst eine leichte Frühlingsjacke. Die Kachelansicht lädt – und sobald dein Cursor bei der Materialauswahl über 'Leinen' schwebt, rückt die Galerie erdige Töne in den Vordergrund. Hältst du kurz beim Größenratgeber an, blendet sich ein Inline‑Fit‑Finder ein und spart dir einen ganzen Klick auf dem Weg zum Ziel. Bewegst du dich in Richtung Checkout, passt sich die Seite erneut an und schiebt einen One‑Tap‑PayPal‑Button in Reichweite.
Keine Banner, keine störenden Elemente – nur eine Oberfläche, die aufmerksam ist, reagiert und dir nur das anzeigt, was gerade deiner Intention entspricht.
Kurzer Blick auf den Build
Das ist Version v0.1 der adaptiven Storefront, live in meinem Browser. Ich habe sie an einen einfachen JSON‑Katalog angebunden, meine eigene Maus wie ein Labortier getrackt und das Modell machen lassen. Ergebnis: Das Layout dreht sich, der PayPal‑Button erscheint genau im „Jetzt‑kaufen“-Moment, und die Farben verschieben sich zu dem, worüber ich tatsächlich mit dem Cursor schwebe. Keine manuellen Regeln, kein Reload – nur ein Interface, das sich schneller neu schreibt, als ich denken kann.
(Vertrau mir, in Bewegung sieht’s noch besser aus.)
2. Margen, Momentum und Händler-Magie
Klassische Onlineshops behandeln jede Besucherin und jeden Besucher bis weit hinten im Funnel gleich. Dadurch bleibt wertvolles Conversion-Potenzial ungenutzt. Eine sich dynamisch verändernde Benutzeroberfläche ändert die Spielregeln:
Potenzialbereiche | Klassisch | Intent-basiert |
Merchandising | Manuelle Sortierung einmal pro Woche | KI priorisiert Produkte in Millisekunden |
A/B-Tests | Zwei Varianten pro Sprint | Unendlich viele Varianten pro Besuch |
Checkout | Eine feste Abfolge | Dynamische Journeys (PayPal-Shortcut für Impulskäufe, vollständiges Formular für Rechnungen) |
Differenzierung | Markenstimme und Preis | Ein Erlebnis, das sich für jeden Kunden einzigartig anfühlt |
Wenn Algorithmen bald rund um die Uhr für uns stöbern und einkaufen, wird eine starre, templatebasierte Oberfläche nicht mehr mithalten können.
3. Wie die Engine wirklich funktioniert – denk in Game-Loops, nicht in Web-Stacks
1. Input-Phase (≤ 5 ms)
Ein Micro-Skript erfasst Scroll-Richtungen, Verweildauer, Klickmuster und Viewport-Daten. Nichts Invasives – aber genug, um die Dynamik der Session zu erfassen.
2. Network Tick (≈ 800 ms)
Ereignisse fließen über einen leichten, verschlüsselten WebSocket-Stream. Schlank, verschlüsselt, ohne auf einen „Seitenwechsel“ zu warten.
3. AI Frame Render (≤ 600 ms)
Der Server übergibt drei Bausteine an ein Low-Latency-Modell: das aktuelle DOM-Gerüst, den Produktgraphen und das frische Verhaltensprotokoll.
Der Prompt fordert zwei Ergebnisse an: eine Intent-Skizze und ein UI-Diff (HTML + CSS + optional JavaScript).
4. Commit-Phase (≤ 150 ms)
Das Diff patched das DOM direkt – kein Flackern, kein Repaint, die Scroll-Position bleibt. Du kannst den gesamten Loop wie FPS in einem Game messen: Ziel sind 30 „UX Frames“ pro Minute – dann fühlt es sich flüssig an.
Kurz gesagt: Die Webseite hört auf, ein statisches Dokument zu sein, und wird zu einer Echtzeit-Szene, die alle paar Sekunden von der KI neu gerendert wird. Games machen das seit Jahrzehnten – der Onlinehandel zieht jetzt nach.
4. Die größere Vision – Commerce wird situativ
Agentic Commerce ist kein Add-on, sondern das neue Spielfeld:
Den Agenten in Lichtgeschwindigkeit bedienen → extrem schlanke APIs, vorgefertigte Entscheidungs-Hooks und Zahlungsflüsse ohne Latenz (inklusive PayPal Smart Buttons direkt im UI-Diff).
Hyperpersonalisierung – nicht 10-fach, sondern 100-fach → sessionbasierte Benutzeroberflächen, die beim Laden kompiliert werden, sich mit jeder Interaktion anpassen und verschwinden, sobald der Tab geschlossen wird.
Bindung durch Erlebnis, nicht durch Rabatte → Jeder Besuch fühlt sich maßgeschneidert an, sodass die Markensignatur dem Kunden – oder seinem Shopping-Bot – überallhin folgt.
Sobald autonome Agenten den Einkauf übernehmen, werfen Menschen nur noch dann einen Blick auf die Oberfläche, wenn sich etwas „falsch“ anfühlt. Benutzeroberflächen, die sich in Echtzeit selbst justieren, werden zum Vertrauenselement – für Menschen ebenso wie für Bots.
Agentic Commerce ist nicht „die Zukunft“, sondern die logische Konsequenz aus Echtzeit-fähigen, intent-basierten Frontends.
5. Sieh es dir in Aktion an
Ich habe eine kleine Demo aufgenommen, um das Ganze in Bewegung zu zeigen. Sie ist nicht perfekt – nur ein kleiner Einblick.
6. Aufruf an Builder, Händler und Payment-Pioniere
Dieser Prototyp ist ein Beweis dafür, dass Echtzeit-Oberflächen mit Intent-Erkennung in greifbare Nähe rücken. Wenn du die Technologie in der Praxis erproben, das Konzept challengen oder dabei helfen willst, offene Standards zu definieren, die diese Entwicklung leiten – lass uns connecten.
Commerce sollte sich wie ein Dialog anfühlen – nicht wie eine Abfolge von Transaktionen. Die Oberfläche ist bereit zuzuhören. Sind wir bereit, sie sprechen zu lassen?
— Stefan Hamann

Das könnte dich auch interessieren:
Mehr über Shopware und künstliche Intelligenz
Lade dir das Agentic Commerce Whitepaper herunter
Infos zur Agentic Commerce Alliance
Stefan Hamanns Agentic-Commerce-Seite mit weiteren Ressourcen
Weitere AI Insights von Stefan Hamann:



