
Viele Onlineshops stoßen im laufenden Betrieb an innere Grenzen. Typische Auslöser sind fehlende Funktionen, Performance-Probleme, steigender Wartungsaufwand oder eine veraltete Systembasis, die nicht mehr zuverlässig weiterentwickelt wird. Für dich als Händler stellt sich dann die Frage, wie sich der Wechsel des Shopsystems inklusive Datenbestand und laufenden Umsätzen durchführen lässt.
Shopsystem wechseln: Das Wichtigste in Kürze
Ein Shopsystem-Wechsel ist sinnvoll, wenn dein aktuelles System Grenzen erreicht, zu teuer im Betrieb wird oder notwendige Funktionen nicht bietet.
Die beste Zeit für den Wechsel liegt außerhalb deiner Hochphasen, mit einem Abstand von 6 bis 8 Wochen.
Wähle für den Wechsel des Shopsystems zuerst den passenden Systemtyp (SaaS, PaaS oder Self-hosted).
Definiere deine Anforderungen für Funktionen, Integrationen, Internationalisierung und Marketingprozesse.
Teste den neuen Shop vollständig in einer Staging-Umgebung: Produkte, Check-out, Zahlarten, Versand, Kundendaten und Integrationen.
Downtime lässt sich minimieren, indem der neue Shop komplett vorbereitet wird und der Wechsel in einem kurzen Umschaltfenster erfolgt.
Shopware unterstützt Shop-Migrationen mit einem eigenen Migration Assistant, bereits dokumentierten Migrationspfaden und einem starken Partnernetzwerk.
Vorab-Checkliste: Sollte ich mein Shopsystem wechseln?
Mein Shop ist langsam oder zeitweise instabil, besonders bei höherem Traffic.
Updates verursachen regelmäßig Probleme oder werden aus Angst vermieden.
Wichtige Funktionen (z. B. B2B, Internationalisierung) fehlen oder sind nur kompliziert umsetzbar.
Neue Anforderungen lassen sich nur mit hohem Aufwand abbilden.
Wartungs- und Agenturkosten steigen, ohne dass der Nutzen wächst.
Geplante Wachstums- oder Digitalisierungsziele lassen sich im aktuellen System nicht realisieren.
Weitere Indikatoren dafür, dass dein Wechselwunsch richtig ist, sind eine veraltete und träge Software, unzuverlässige Integrationen zu ERP, PIM oder CRM und der übergeordnete Wunsch nach einem neuen, tragfähigen Shopsystem.
Guide: Shopsystem wechseln
Dein Shopsystem-Wechsel gelingt dir, wenn du zuerst das neue System auswählst, deine Anforderungen beschreibst, den Ist-Zustand erfasst, die Migrationsstrategie definierst und den neuen Shop testest, bevor er live geht.
1. Schritt: Neuen Systemtyp wählen
Mit der Wahl des Systemtyps stellst du die Weichen dafür, wie es später um die Anpassbarkeit, Wartung und mögliche Features bestellt ist.
Systemtyp | Beschreibung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
SaaS (Software-as-a-Service) z. B. Shopware SaaS | Komplett gemanagter Betrieb in der Cloud. Updates, Sicherheit und Infrastruktur werden vom Anbieter übernommen. | - Sehr geringer Wartungsaufwand - Schnelle Inbetriebnahme - Stabil und skalierbar - Keine Server-Administrationskosten | - Eingeschränkte Tiefenanpassungen - Abhängigkeit vom Funktionsumfang des Anbieters |
PaaS/Cloud-Native z. B. Shopware PaaS | Cloud-Hosting mit mehr Kontrolle über Architektur und individuellen Code. | - Großer Entscheidungsspielraum - API-first - Headless-Optionen - Gut für komplexere Integrationen und sehr individuelle Anforderungen | - Benötigt technisches Know-how oder Agenturunterstützung - Höhere Kosten für Entwicklung/DevOps |
Self-hosted/Open Source | Betrieb auf eigener Infrastruktur oder beim Hosting-Partner. Volle Kontrolle über Code und Server. | - Maximale Individualisierung - Unabhängig von SaaS-Einschränkungen - Beliebt für komplexe B2B-Setups | - Höherer Betriebs- und Wartungsaufwand - Updates und Sicherheit in eigener Verantwortung |
2. Schritt: Bestand erfassen (Ist-Zustand)
Du erfasst den Ist-Zustand, indem du dir einen Überblick über deine wichtigsten Shop-Bereiche verschaffst: Produkte, Kunden, Bestellungen, Inhalte, bestehende Integrationen und individuelle Funktionen.
Bereich | Was du erfassen solltest | Warum das wichtig ist |
Produkte | Anzahl, Varianten, Bilder, Attribute | Grundlage für die spätere Datenübernahme |
Kundendaten | Konten, Gruppen, Opt-ins | Steuerung von Preisen, Rechten und DSGVO-Aspekten |
Bestellungen | Zeitraum und Umfang der Historie | Wichtige Basis für Kundenservice und Reporting |
Inhalte | Seiten, Landingpages, Medien | Relevanz für SEO, Marketing und Navigation |
Integrationen | ERP, PIM, CRM, Payment, Versand | Sicherstellung, dass Prozesse nach dem Wechsel funktionieren |
Sonderfunktionen | Preislogiken, Exporte, Automationen | Ermittlung des individuellen Anpassungsbedarfs |
3. Schritt: Deine Anforderungen festlegen (Soll-Zustand)
Damit der Wechsel auf ein neues Shopsystem tatsächlich zielführend geplant werden kann, musst du deine geschäftlichen und technischen Anforderungen ausformulieren. Je konkreter du diese benennen kannst, desto einfacher wird später die Auswahl der passenden Plattform.
Abbildung deiner Geschäftsmodelle: Das neue System muss die tatsächlichen Verkaufsszenarien abbilden können, zum Beispiel B2C mit Variantenlogik, B2B mit individuellen Preisen und Freigabeprozessen oder D2C mit wiederkehrenden Bestellungen.
Geplante Wachstumsschritte: Wenn du zusätzliche Länder, Sprachen oder Währungen erschließen willst, benötigst du Mehrsprachigkeit, Steuer- und Versandregeln pro Land, skalierbare Preis- und Kataloglogiken.
Anforderungen an Marketing und Content: Wenn dein Team häufig Kampagnen, Landingpages oder Produktstories veröffentlicht, sollte das System ein CMS bieten, das ohne Entwickler nutzbar ist, verschiedene Medienformate unterstützen (z. B. Bilder, Videos, 3D-Ansichten), Layout-Anpassungen erlauben, ohne Code ändern zu müssen und für Kampagnen wiederverwendbare Module und Vorlagen bereitstellen.
Stabile Integrationen zu ERP, PIM, CRM, POS oder Marktplätzen.
Zuverlässige Performance und Skalierbarkeit im Peak-Geschäft.
4. Schritt: Festlegen der Migrationsstrategie
Du legst deine Migrationsstrategie fest, indem du entscheidest, wie der Umzug technisch ablaufen soll, welche Daten übernommen werden und wie der Wechsel so organisiert wird, dass dein laufender Betrieb nicht beeinträchtigt wird.
Option 1: Migration in einem Schritt
Der Shop wird vollständig neu aufgebaut und anschließend einmalig mit allen relevanten Daten befüllt.
Geeignet, wenn:
der bestehende Shop klein oder stark veraltet ist,
wenig individuelle Funktionen übernommen werden müssen,
eine kurze Umstellungsphase akzeptabel ist.
Vorteil: schnelle Fertigstellung
Nachteil: weniger Zeit für Tests
Option 2: Migration mit Testsystem und mehreren Datenläufen
Der neue Shop läuft zunächst als Staging-Version. Daten werden mehrfach importiert, um Tests und Korrekturen zu ermöglichen.
Geeignet, wenn:
viele Integrationen existieren,
individuelle Funktionen berücksichtigt werden müssen,
SEO, Tracking oder B2B-Prozesse sauber übertragen werden sollen.
Vorteil: geringere Risiken
Nachteil: längere Projektlaufzeit
Option 3: Paralleler Betrieb mit Delta-Migration
Zunächst wird ein erster vollumfänglicher Import durchgeführt. Kurz vor dem Go-live wird ein zweiter Import („Delta“) ausgeführt, der neue Bestellungen, Kunden und Änderungen aktualisiert.
Geeignet, wenn:
der Shop während der gesamten Migration erreichbar bleiben muss,
ein großer Datenbestand vorhanden ist,
tägliche Bestellungen oder B2B-Angebote nicht verloren gehen dürfen.
Vorteil: sehr sichere Umstellung
Nachteil: höhere technische Anforderungen
5. Schritt: Testing vor dem Go-live des neuen Shops
Du testest den neuen Shop vor dem Go-live, indem du alle (wichtigen) Funktionen in einer sicheren Testumgebung durchgehst: Produkte, Check-out, Zahlungen, Versand, Kundendaten, Integrationen und Inhalte. Ziel ist, sicherzustellen, dass der neue Shop unter realistischen Bedingungen fehlerfrei funktioniert, bevor er online geht.
Das ist für den Testaufbau nötig:
Eine Staging- oder Testumgebung, die unabhängig vom Live-Shop läuft.
Ein realistischer Datensatz, der Produkte, Kunden und Bestellungen enthält.
Zugriff auf alle angebundenen Systeme (ERP, PIM, CRM, Payment, Versand).
Was du testen solltest:
Produkte: Werden Produkte korrekt dargestellt? Funktionieren Varianten, Preise, Verfügbarkeiten und Staffelpreise?
Check-out: Läuft der Check-out ohne Unterbrechung durch? Funktionieren alle Zahlarten (z. B. PayPal, Rechnung, Kreditkarte)? Werden Versandarten, Lieferzeiten und Kosten korrekt angezeigt?
Kundendaten: Können sich bestehende Kunden anmelden? Funktionieren Registrierung, Passwort zurücksetzen, Adressverwaltung?
Integrationen: Werden Bestellungen korrekt an ERP oder Warenwirtschaft übertragen? Werden Bestände korrekt zurückgespielt? Funktionieren angebundene Tools wie Newsletter, Tracking oder Feed-Export?
Inhalte: Sind alle Seiten vollständig (Startseite, Kategorien, Landingpages)? Funktionieren Bilder, Videos und interne Links?
Abnahme durch das Team:
Fachabteilungen (z. B. Kundenservice, Marketing, Logistik) prüfen ihre Bereiche.
Fehler und fehlende Inhalte werden gesammelt und priorisiert.
Offene Punkte werden vor dem Go-live abgearbeitet.
6. Schritt: SEO-Ranking und Daten sichern
Du verhinderst Ranking- und Datenverluste, indem du deine bestehenden URLs korrekt weiterleitest, alle wichtigen Inhalte vollständig überträgst und den neuen Shop technisch korrekt in Suchmaschinen anmeldest. Zusätzlich stellst du sicher, dass Produkt-, Kunden- und Bestelldaten nach der Migration vollständig und korrekt vorliegen.
URL-Weiterleitungen: Für jede alte URL wird eine 301-Weiterleitung auf die passende neue URL eingerichtet.
Titel, Beschreibungen, Medien, strukturierte Daten und interne Links müssen im neuen Shop vorhanden sein.
Google Search Console aktualisieren: Neue XML-Sitemap einreichen, Domain- oder Pfadänderungen hinterlegen, Fehlerberichte prüfen (404, Weiterleitungsschleifen, Crawling-Fehler).
Performance prüfen: Ladezeiten und Core Web Vitals in den Google PageSpeed Insights testen.
Daten sichern:
Vor der Migration: Backup aller Daten (Produkte, Kunden, Bestellungen, Medien).
Nach der Migration: Stichproben durchführen: Stimmen Produktdaten, Preise und Varianten? Sind alle Kunden, Bestellungen und Opt-ins vorhanden?
Shopsystem wechseln: Ganz einfach mit Shopware
Shopware hilft dir beim Wechsel deines Shopsystems mit dem Migration Assistant, dokumentierten Migrationspfaden (z. B. von Magento oder anderen Systemen) und einem Netzwerk von Partner-Agenturen.
Mit diesen Angeboten lässt sich dein gesamter Shop inklusive aller Produkte, Kategorien, Kunden, Bestellungen und weiteren Daten sicher in Shopware 6 übertragen, inklusive wiederholbarer Datenläufe und Delta-Migrationen.
Keimling Naturkost, ein führender Anbieter für vegane und Rohkost-Produkte, betrieb seinen Shop auf Magento 1 und wechselte zu Shopware 6.

M-Medientechnik wechselte von OXID zu Shopware 6. Seit dem Relaunch ist die Conversion-Rate von M-Medientechnik viermal so hoch wie beim vorherigen Shop. Zudem ist die Anzahl der Bestellungen im Shop seitdem um mehr als 50 % gestiegen. Die Abbruchrate konnte von 16 % auf 3 % gesenkt werden.

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Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Shopsystem-Wechsel?
Der richtige Zeitpunkt für den Shopsystem-Wechsel ist dann erreicht, wenn dein aktuelles System technische Grenzen erreicht, der Aufwand für Wartung und Fehlerbehebung steigt oder Ziele wie Internationalisierung, B2B-Funktionen oder neue Vertriebskanäle nicht mehr abbildbar sind.
Zusätzlich sollte der Wechsel außerhalb deiner umsatzstärksten Phasen geplant werden, damit der laufende Betrieb nicht beeinträchtigt wird. Geeignete Zeitpunkte sind:
Ruhige Geschäftsphasen, zum Beispiel außerhalb saisonaler Peaks oder Kampagnen.
Ausreichende interne Kapazitäten für Tests, Datenprüfung und Abnahmen.
Geplante Relaunch- oder Expansionsvorhaben, die mit dem neuen System kombiniert werden können.
Handlungsbedarf besteht, wenn:
dein aktuelles System keinen aktiven Hersteller-Support mehr hat,
Sicherheits- oder Stabilitätsprobleme bestehen,
Integrationen oder Updates wiederholt verzögert werden oder ausfallen,
deine Geschäftsziele nicht mehr abzubilden sind.
Shopsystem wechseln – häufige Fragen und Antworten
Muss der bestehende Shop während der Migration offline gehen?
Nein, der neue Shop wird parallel aufgebaut. Der eigentliche Umschaltmoment dauert meist nur wenige Minuten, wenn Daten und Systeme vorbereitet sind.
Welche Shopdaten können übernommen werden?
Üblicherweise lassen sich Produkte, Varianten, Kategorien, Kundenkonten, Bestellungen, Medien und viele CMS-Inhalte migrieren. Umfang und Detailtiefe hängen dabei vom Quellsystem ab. Üblicherweise lässt sich bei einer Migration zu Shopware praktisch dein gesamter Shop übertragen.
Verliere ich durch den Shopwechsel mein Google-Ranking?
Nicht, wenn alle relevanten URLs korrekt mit 301-Weiterleitungen weitergeleitet und Inhalte vollständig übernommen werden.
Was kostet ein Shopsystem-Wechsel?
Die Kosten variieren stark. Kleine Shops starten oft im Bereich von 5.000–20.000 €, mittelgroße Shops liegen häufig zwischen 20.000–80.000 €, komplexe Setups (B2B, ERP-Anbindungen) können 100.000 € und mehr kosten.
Brauche ich für die Migration zwingend eine Agentur?
Nicht zwingend. Kleine Shops können den Wechsel mitunter selbst durchführen. Bei größeren Projekten oder vielen Schnittstellen empfiehlt sich Unterstützung durch Shopware-Partner, um Fehler und Verzögerungen zu vermeiden.
Wann sollte ich meinen Shop nicht migrieren?
Während Hochphasen wie Black Friday, dem Weihnachtsgeschäft oder umfangreichen Sortiments- oder Prozessumstellungen solltest du nicht wechseln. Ideal sind hingegen stabile, ruhige Geschäftsperioden.



