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So planst du deinen B2B Shop in vier Schritten

So planst du deinen B2B Shop in vier Schritten

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__Digitaler B2B Commerce ist mehr und mehr auf dem Vormarsch. Unsere Partneragentur ____intoCommerce __ist Spezialist auf diesem Gebiet und bietet dir in unserer 3-teiligen Blogreihe wertvolle Tipps und Insights zum Aufbau deines digitalen B2B-Geschäfts. Teil 1 startet mit einem Beitrag von Gründer und Geschäftsführer Matthias Thürling, der dir die wichtigsten vier Schritte zum Start vorstellt. 

Für viele B2B-Unternehmen ist klar: der Vertrieb über digitale Kanäle lässt sich nicht mehr aufhalten. Waren in den letzten Jahren vor allem Konsumgüter die treibende Kraft im E-Commerce, kommen die Chancen des digitalen Vertriebs nun auch in den Vertriebsabteilungen klassischer B2B-Unternehmen an. 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Kunden, die selbständig Ersatzteile nachbestellen oder Rechnungen und Datenblätter einsehen können, entlasten den Innendienst. Ein beinahe unbegrenztes Produktsortiment, das leicht zu durchsuchen ist, zeigt potenziellen Kunden die gesamte Bandbreite des Portfolios und Neukunden kommen durch guten Content und technische SEO-Maßnahmen endlich in Kontakt mit der klassischen__ B2B-Marke__.

Aber wie sieht der Weg in ein erfolgreiches__ B2B-Shop-Projekt__ aus? Reicht ein Shopware Shop im Standard aus? Wie stelle ich sicher, dass die Kunden auch online die gleiche Qualität wie am Telefon erhalten? Und geht E-Commerce überhaupt mit komplexen, technischen B2B-Produkten? Diesen Fragen wollen wir in einer Blog-Reihe mit drei Teilen nachgehen.

Starten wir zunächst mit der Frage, ob ein__ Shopware-Shop in der Standard-Konfiguration__ für einen B2B Shop ausreichend ist. Dafür müssen zunächst die Anforderungen an einen__ B2B Shop__ besser geklärt und festgehalten werden. Als E-Commerce-Agentur sind wir spezialisiert auf B2B Shops und haben bereits über 200 E-Commerce-Projekte erfolgreich durchgeführt. Aus der Vielzahl dieser Projekte kristallisiert sich heraus, dass einige typische wesentliche Bestandteile eines B2B-Shops wie folgt sind.

So setzt sich ein typischer B2B Shop zusammen:

  • Automatische Umsatzsteuer-ID-Prüfung
  • Prüfung und Freigabe von Premium-Kunden
  • Verschiedene Preislisten und Lieferkondition je Kunde, Land oder Sortiment
  • Sehr gute Suche aufgrund von vielen gleichartigen Artikeln
  • Konfigurierbare Artikel
  • Rechte und Rollen für Mitarbeiter
  • Konsistente und performante Datenanbindung an das ERP wie Sage, Navision/Business Dynamics oder SAP

Diese Anforderungen müssen im Detail in einem Workshop heruntergebrochen und präziser gefasst werden. Nur so stellst du sicher, dass dein B2B Shop die gewünschte Customer Experience deiner Kunden abbildet, dein Vertrieb entlastet wird und Neukunden gewinnen kann. 

Nimmt man die oben genannten Anforderungen als Grundlage für ein solches Projekt, kannst du im nächsten Schritt den Markt der Shopsysteme prüfen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die meisten Shopsysteme für B2C-Produkte gebaut wurden. So ist es ein Leichtes, ein paar T-Shirts mit Farbe und Größe in einem Shop abzubilden. Im B2B-Kontext treffen wir aber oft auf technische Produkte, die mit sechs Dimensionen schnell mal zehntausende Varianten bilden können. Das muss ein Shop-System aushalten können. 

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Bei der Ausschau nach dem richtigen Shopsystem fällt Shopware 6 ins Auge.

Shopware 6 mit B2B Suite ist bereits aufs B2B-Geschäft zugeschnitten

Shopware 6 bietet schon von Haus aus mit dem Rule Builder und dem Flow Builder mächtige Tools, um die genannten typischen B2B-Herausforderungen sehr zukunftssicher und mit wenig Entwicklungsaufwand zu lösen. Mit der B2B Suite kommen wesentliche Funktionen hinzu, um den Kunden eng an den Shopbetreiber zu binden. So können Angebote online verhandelt und abgeschlossen werden oder einzelne Mitarbeiter ausgewählte Produkte bestellen, während die Buchhaltung des Kunden auf alle Rechnungen über einen zentralen Zugang zugreifen kann. Erfahre hier mehr über die B2B Suite von Shopware

 

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B2B Suite bei BBV-Domke

Kein B2B Shop ohne ERP-Anbindung

Die wenigsten B2B Shops können ohne eine ERP-Anbindung langfristig die Kunden glücklich machen. Ohne ERP-Anbindung wird der Shop immer wieder falsche Preise, Bestände und Lieferzeiten anzeigen, was am Ende die Kunden nur verärgern würde. Eine Anbindung des ERPs ist daher Pflicht. Im B2B-Mittelstand treffen wir meist auf die großen drei Systeme SAP, Sage und Microsoft Dynamics 365 Business Central bzw. Dynamics NAV oder Navision, wie es früher hieß. Jedes dieser ERPs hat seine Besonderheiten, die insbesondere von der jeweiligen Branche und dem betreuenden System-Haus abhängig sind. Diese legen meist einige Erweiterungen oder individuelle Attribute im ERP fest, was eine Anbindung des ERPs oft erschweren kann. 

Zwischen folgenden drei grundsätzlichen Formen der ERP-Anbindung müssen sich Shopbetreiber entscheiden:

Manuelle Direktanbindung

Die meisten ERP-Anbieter haben eine mehr oder minder gut dokumentierte Schnittstelle mit der man nun direkt das ERP und den Shop miteinander verbinden kann. Normalerweise würde man davon ausgehen, dass das die perfekte Basis für eine direkte Anbindung ist. Dafür muss man allerdings sowohl die__ ERP-Schnittstelle__ als auch die Shopware Schnittstelle sehr gut beherrschen. Bei der Verknüpfung von Schnittstellen müssen meist Informationen aus dem ERP transformiert, zugeordnet oder sogar ergänzt werden, damit diese im Shop sauber ankommen. Diese Quasi-Übersetzungsarbeit kann bei einigen tausend Artikeln zu einer hohen Rechenlast führen und ist oft nicht sehr schnell und zuverlässig. Bei einem Update des ERPs oder von Shopware muss diese direkte Anbindung erneut geprüft werden, weil schon kleine Anpassungen an einem der beiden Systeme zu einem Fehler in den Daten führen kann. 

ERP-Erweiterung

Viele IT-Systemhäuser, die ERPs betreuen, haben daher die Anbindung an Shopware als Produkt weiterentwickelt und zum Beispiel eine Erweiterung für das ERP entwickelt, welche die Daten aus dem ERP direkt so aufbereitet, dass die Daten leicht von Shopware importiert und dort genutzt werden können. Somit kommen zwar die Daten in Shopware sauber und meist auch schnell an. Jedoch reicht die Qualität und Quantität der Daten im ERP oft nicht aus, um einen Artikel mit zufriedenstellenden Inhalten direkt aus dem ERP zu befüttern. Hier kommt dann manuelle Arbeit hinzu oder es werden zusätzliche Datenquellen genutzt, um dünne Artikel-Daten aus dem ERP mit wertvollen Texten zu kombinieren. Das kann schnell schiefgehen und bedeutet viel manuelle Arbeit. 

Middleware 

Sollen die Artikel- und Bestelldaten zukunftssicher ausgetauscht werden, kommt man meist nicht drum herum, weitere Datenquellen und Datenziele in den Datenaustausch einzubeziehen. So liefern viele Großhändler oder Lieferanten wertvolle Produktdaten, die im ERP keinen Platz haben. Diese sollten gleich beim Datenaustausch zwischen ERP und Shopware einbezogen werden und die dünnen ERP-Daten anreichern. Dafür nutzt man am besten eine Cloud-basierte Middleware, die skalierbar und erprobt bereits viele Systeme miteinander verbunden hat. So kann Rechenleistung für die Transformation der Daten in die Cloud verlagert und ERP bzw. Shopware entlastet werden. Zusätzlich wird die Datenqualität mit mehreren Datenquellen besser – sogar fremde Systeme lassen sich mittels Punchout etc. ansteuern.

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Sinnvolle Intervalle zum Datenaustausch entlasten die Systeme 

Ist die grundsätzliche Entscheidung über die Form der Anbindung des ERPs gefallen, stellt sich nur noch die Frage, wie oft Daten ausgetauscht werden müssen. Fragt man die ERP-Verantwortlichen im Unternehmen, sind die Daten im Shop natürlich jederzeit und in jeder Sekunde aktuell zu halten. Am besten wäre eine Live-Abfrage von Preis und Bestand bevor der Kunde im Shop bestellt. Aus unserer Erfahrung heraus ist das überflüssig, denn in den wenigsten Fällen ändert sich der Preis minütlich und sind Bestände so limitiert, dass eine sekundengenaue Verfügbarkeit des Artikels geprüft werden müsste. In der Praxis hat sich ergeben, dass eine Aktualisierung von Preisen und Beständen alle 5 Minuten vollkommen ausreichend ist, solange sichergestellt ist, dass diese Aktualisierung nicht länger als 5 Minuten benötigt. Eine entsprechend leistungsfähige Anbindung (siehe oben) ist dafür also zwingend notwendig. 

Artikel-Daten werden gelegentlich durch Produkt-Verantwortliche im ERP aktualisiert. Für diese ist es sehr frustrierend, wenn Änderungen nicht zeitnah im Onlineshop zu sehen sind. Hier hat sich eine Aktualisierung der Artikel-Daten mit Beschreibung und Bildern (sofern vorhanden) alle 60 Minuten bewährt. Viele__ ERP-Systeme__ bieten auch einen Zeitstempel der letzten Änderung oder nur veränderte Daten über die Schnittstelle an. Dies erleichtert den Import von neuen Produktdaten enorm. Um sicher zu gehen, dass auch wirklich alle Attribute online aktuell sind, empfehlen wir einen kompletten Import der Artikel-Daten einmal in der Nacht, weil dann am wenigstens__ Traffic im Shop__ ist. Bestellungen werden natürlich sofort an das ERP übertragen, zum Beispiel mit Hilfe des Flow Builders, oder spätestens alle 10 Minuten abgefragt. Auch hier ist die die Leistungsfähigkeit der Schnittstelle und des ERPs darüber entscheidend, wie schnell Bestellungen im ERP und die dahinter liegenden Prozesse verarbeitet werden können.

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Mit dem Flow Builder können B2B-Prozesse insbesondere zur Anbindung eines ERPs und zum weiteren Informationsaustausch gut abgebildet werden.

Zusammenfassung der vier Schritte und Ausblick

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Damit sind nun die wichtigsten Kern-Fragen rund um die Planung eines B2B Shops gestellt und beantwortet. Wenn du die vier Schritte befolgst, hast du ein Shop-System für deine B2B-Anforderungen ausgewählt, die Anbindung an dein ERP festgelegt und sinnvolle Intervalle zum Datenaustausch festgelegt. Im zweiten Teil werden wir beantworten, wie du Shopware 6 mit der B2B Suite so einsetzt, dass dein B2B Shop wirklich erfolgreich wird und deine Kunden perfekt an dich bindet.

Über den Autor

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Matthias Thürling ist Gründer und Geschäftsführer von intoCommerce. intoCommerce wurde 2014 gegründet und ist Shopware Gold Partner mit Spezialisierung auf Shopware für B2B und Industrie.

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