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Die Bounce Rate ist eine wichtige Kennzahl im Marketing, um die Effektivität einer Website zu bewerten. Mit ihrer Hilfe analysieren Unternehmen die Seitenaufrufe ihrer Website und nutzen diese Metrik, um die Nutzererfahrung zu verbessern und die Konversionsrate zu erhöhen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die Bounce Rate?

  2. Darum ist die Bounce Rate wichtig

  3. Auswirkungen der Bounce Rate auf SEO

  4. Berechnung der Bounce Rate

  5. Ursachen für eine hohe Bounce Rate

  6. Tipps zur Reduzierung der Bounce Rate

  7. Bounce Rate vs. Exit Rate

  8. Fazit

  9. Häufig gestellte Fragen

Was ist die Bounce Rate?

Die Bounce Rate (oder Absprungrate genannt) ist ein Begriff aus der Welt des E-Commerce und Marketings im Zusammenhang mit E-Mails, Websites oder Onlineshops. Sie bezieht sich auf den prozentualen Anteil der Besucher einer Website, die eine einzelne Seite aufrufen und diese ohne jegliche Interaktion wieder verlassen. Für Marketer liefert die Absprungrate wichtige Hinweise auf die Benutzerfreundlichkeit und die inhaltliche Qualität einer Webseite, aber auch auf andere Werbemaßnahmen.

Darum ist die Bounce Rate wichtig

Zwischen der Absprungrate und der Benutzererfahrung besteht ein wichtiger Zusammenhang: Wie gut eine Webseite funktioniert, spiegelt sich im Prozentsatz der Absprungrate wider. Verlassen zu viele Besucher die Seite, ohne eine Aktion auszuführen, ist dies oft ein schlechtes Zeichen. Der User kommt zwar auf die Website, aber das, was er sieht, scheint ihn nicht zu überzeugen. Ob bei Google Analytics oder in einem E-Mail-Programm – auch bei Newslettern oder Werbeanzeigen gibt der Prozentwert Aufschluss über die Absprungrate. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ist die Performance. Dieser Text konzentriert sich auf die Bounce Rate einer Website und geht nicht im Detail auf Newsletter Bounce Rates ein.

Auswirkungen der Bounce Rate auf SEO 

Zunächst ist zu erwähnen, dass eine hohe Absprungrate nicht gleichzeitig bedeutet, dass die Website grundsätzlich schlecht ist. Hier muss der Websitebetreiber analysieren, was das Ziel und der Zweck der Website sind. Bei einem Unternehmensblog ist die Absprungrate tendenziell höher, da die Leser häufig über externe Links wie Social Media oder einen Newsletter auf die Seite gelangen. Auf der Homepage eines Unternehmens ist die Absprungrate jedoch sehr wichtig, da sie Teil der Customer Experience ist. Gelingt es nicht, den Nutzer zur Conversion zu bewegen, gehen wichtige Leads verloren. Um zu sehen, an welcher Stelle die Nutzer abspringen, werden die einzelnen Unterseiten betrachtet. Dazu empfiehlt es sich, regelmäßig Google Analytics oder ein anderes Analysetool zu nutzen.

Die folgenden Faktoren beeinflussen die Absprungrate: 

  • Thematische Relevanz: Eine Landingpage muss die Bedürfnisse der Nutzer erfüllen und einen Mehrwert bieten.

  • Technischer Hintergrund: Ob Ladegeschwindigkeit, Server-Erreichbarkeit oder mobile Optimierung – all diese technischen Details beeinflussen eine Website.

  • Organischer Traffic: Ein hohes Ranking in den Suchmaschinen ist gut, aber je mehr Inhalte dort zu finden sind, desto höher kann auch die Absprungrate sein. 

  • Branded Traffic: Suchen User gezielt nach einer Marke, steigen die Chancen, dass sie auch auf der Seite bleiben. 

  • Mobile Traffic: Mobile Surfer springen oft schneller wieder ab. 

  • Struktur der Website: Ist die Zielseite nur eine Brückenseite zu anderen Unterseiten, ist die Absprungrate tendenziell höher. 

Berechnung der Bounce Rate

Der Einsatz von Web-Analytics-Tools hilft, die Absprungrate genauer zu bestimmen. Websitebetreiber können: 

  • Nach Quellen und Seiten segmentieren

  • Muster und Optimierungspotenziale identifizieren

  • Das Problem genauer beschreiben

  • Maßnahmen zur Bounce Rate-Reduzierung implementieren

  • Ergebnisse und positive Auswirkungen verzeichnen

Um die Bounce Rate zu berechnen, sollten Unternehmen immer auch zwischen neuen Besuchern und regelmäßigen Besuchern unterscheiden. Gerade neue User neigen eher dazu, eine Sitzung zu verlassen. Folgende Formel hilft bei einer Landingpage zur Ermittlung der Absprungrate: 

Formel: Anzahl der Besucher / Gesamtzahl der Besucher einer Website

Bei 50 Besuchern auf einer Landingpage und insgesamt 100 Besuchern auf der gesamten Website ergibt sich eine Absprungrate von 50 %. Die Bounces können auf folgenden Wegen entstehen: 

  • Klick auf einen Button zu einer externen Website 

  • Zurück-Pfeil wird geklickt 

  • Neue URL wird ins Fenster eingegeben und bestätigt

  • Browser oder Tab wird geschlossen

Doch auch wenn jemand einen Tab zu lange geöffnet hat und nach einer halben Stunde nicht mehr interagiert, wird dies als Bounce gezählt. Welche Absprungrate gut oder schlecht ist, lässt sich jedoch schwer sagen, da dies von Unternehmen zu Unternehmen variiert. Im Durchschnitt spricht man ab 50 Prozent von einer schlechten Bounce Rate und bereits zwischen 20 und 45 Prozent von einem guten Wert. Hier gilt es, sein eigenes Ziel zu definieren und nicht der Masse zu folgen.

Ein wichtiger Punkt ist, dass Websitebetreiber neben der Absprungrate auch andere Faktoren betrachten, da diese nicht allein als Metrik zur Performance herangezogen werden kann. Zudem ist jeder Fall individuell und hängt immer vom Webdesign, der Branche und dem Zweck der Website ab. 

Ursachen für eine hohe Bounce Rate

Die Gründe für eine hohe Absprungrate sind vielfältig. Von einer schlechten Nutzererfahrung bis hin zu einem unästhetischen Design kann vieles abschreckend wirken. In manchen Fällen sucht der User nach Informationen, findet sie und verlässt die Seite. Website-Besucher kehren Seiten den Rücken, die die folgenden Faktoren nicht berücksichtigen oder falsch umsetzen: 

Langsame Ladezeiten

Die Ladezeit einer Website ist ein äußerst wichtiger Rankingfaktor. In Zeiten von E-Commerce und Social Commerce sind viele Nutzer mit mobilen Endgeräten unterwegs. Ist die Seite nicht für hohen Traffic ausgelegt und hängt beim Klicken, ist der User schneller auf einer anderen Website, als man gucken kann.

Irrelevanter oder minderwertiger Inhalt

Am häufigsten springen User ab, wenn sie nicht den Content finden, den sie suchen. Guter Content ist das A und O einer erfolgreichen Website. Er sollte nutzerzentriert und mit den richtigen Keywords versehen sein. Weitere Tipps für performanten Content: 

  • Immer mit dem Leser im Kopf schreiben: Welche Fragen stellt er sich? 

  • Passt der Text zu meiner Zielgruppe und den festgelegten Buyer Personas?

  • Findet der Leser alle nützlichen Informationen auf Anhieb?

  • Ist der Text ansprechend und fehlerfrei geschrieben?

Fehlerhafte Darstellung auf mobilen Geräten

Hier gilt der Mobile-First-Ansatz. Unternehmen müssen heutzutage wachsam sein, denn immer mehr User surfen mit ihrem mobilen Endgerät, statt mit dem Laptop. Wird eine Seite in der mobilen Version fehlerhaft dargestellt oder ist nicht für mobilen Traffic gerüstet, sammelt eine Marke schnell Minuspunkte. 

Schlechtes Design

Das Erste, was ein potenzieller Käufer oder Interessent sieht, sind das Layout sowie das Design einer Website. Bereits in wenigen Sekunden bildet sich der erste Eindruck. Fällt dieser negativ aus, weil die Seite unseriös oder unübersichtlich ist, springt der User ab.  Folgende Faktoren sind dabei entscheidend: 

  • Farben 

  • Schriftarten

  • Navigation 

  • Layout (Bild- und Textverhältnis)

Sind Inhalt und Design veraltet, empfiehlt sich ein Relaunch oder Redesign, um die Website ansprechender zu gestalten. Aber auch neue Bilder oder der Einsatz neuer Farben können Wunder bewirken. 

Tipps zur Reduzierung der Bounce Rate

Die oben genannten Faktoren, die die Absprungrate erhöhen, können mit den richtigen Taktiken verbessert werden. Wenn Website-Betreiber die folgenden Aspekte optimieren, stehen ihre Chancen auf Erfolg besser. Google Analytics gibt Aufschluss über die aktuelle Absprungrate und welche Seiten wie performen. Selbst ein ungeübtes Auge kann hier wichtige Informationen finden.

Um eine Website zu verbessern, ist es ratsam, beim Design und Layout anzusetzen. Planung ist hier die halbe Miete, denn Änderungen sollten von Experten durchgeführt werden, die sich mit Webdesign auskennen. Hier ist es hilfreich, A/B-Tests durchzuführen, um die bestmögliche Variante einer Website zu finden. Es ist wichtig, die Seite an die Gewohnheiten der Nutzer anzupassen, um die Absprungrate zu minimieren. 

Website-Geschwindigkeit

Damit die Nutzer nicht ewig auf das Laden der Seite warten müssen, ist die Optimierung von Bildern und Dateigrößen relevant. Hier gilt es mit einem Speedtest zu checken, welche Seiten schnell und welche verbesserungswürdig sind. Darüber hinaus können Websitebetreiber: 

  • Caching-Techniken nutzen

  • Unnötige Skripte und Plugins reduzieren

Benutzererfahrung

Die Website sollte über eine klare und intuitive Navigation verfügen, damit sich die Nutzer leicht zurechtfinden. Außerdem sollte die mobile Responsiveness stetig überprüft werden, um zu sehen, ob die Aufrufe von Mobiltelefonen oder Tablets einwandfrei funktionieren. Ein konsistentes und ansprechendes Webdesign ist ebenfalls Teil der User Experience (UX). 

Relevanter und hochwertiger Content

Content is King: Hochwertige Inhalte vermitteln Seriosität und unterstreichen die eigene Kompetenz. In vielen Fällen kommen Nutzer auf eine Seite, um den vorhandenen Content zu sichten. Daher sollte dieser Antworten auf offene Fragen geben. Zudem spielen der Unterhaltungswert und die Übersichtlichkeit der Inhalte eine große Rolle. Unternehmen, die auf eine leserfreundliche Textgestaltung und visuelle Elemente im Text setzen, punkten beim Leser. Eine Seite über Schuhe sollte beispielsweise nicht über Themen mit politischem Hintergrund schreiben, da dies den Nutzer abschreckt und er sich woanders umsieht. 

Verwendung von Call-to-Actions (CTAs)

CTA-Elemente fördern Interaktion und Conversions und sollten daher ein elementarer Bestandteil auf jeder Website sein. An den richtigen Stellen platziert, ziehen sie die Aufmerksamkeit der User auf sich und helfen mit der richtigen Beschreibung dabei,  sie von einem Kauf oder einer Kontaktaufnahme zu überzeugen. 

Verbesserung von SEO

SEO ist ein entscheidender Faktor für die Absprungrate. Unternehmen sollten auf eine entsprechende Onpage-Optimierung setzen, um Ladezeiten zu verkürzen und mit den richtigen Keywords zu ranken. Auch Meta-Titles und Meta-Descriptions geben Nutzern über die Google-Suche einen ersten Eindruck davon, was sie auf einer Seite erwartet. Sie filtern daher im besten Fall bereits abspringende Nutzer heraus. Auch interne Links gehören zu den wichtigsten SEO-Faktoren, die nicht fehlen dürfen, da sie auf andere Seiten einer Marke verweisen. Mit der richtigen technischen Ausstattung kann langen Ladezeiten und anderen Problemen entgegengewirkt werden.

Pop-ups entfernen

Häufig wird die Verwendung von Pop-Ups als störend empfunden, da sie vom eigentlichen Inhalt einer Website ablenken und die User Experience beeinträchtigen. Liest ein User in Ruhe ein Content-Piece und ständig poppt ein Fenster auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er sich gestört fühlt. Natürlich bieten Pop-Ups auch viele Möglichkeiten, Leads zu generieren, sollten aber immer mit Bedacht eingesetzt werden.

Sinnvolle Keywords

Nicht die breite Masse an Keywords bringt eine Website nach vorne, sondern die Auswahl der richtigen Keywords. Hier sollten Websitebetreiber mit den trafficstärksten Seiten beginnen und diese ausbauen. Der Google Keyword Planer hilft bei der Ermittlung der richtigen Keywords. 

Bounce Rate vs. Exit Rate

Die Begriffe Absprungrate und Ausstiegsrate werden oft synonym verwendet, da sie auf den ersten Blick sehr ähnlich erscheinen. Bei der Exit Rate handelt es sich um den Anteil der Besucher, die auf mehreren Seiten aktiv waren. Hierbei wird jedoch nur die Endseite berücksichtigt, die der User zuletzt geöffnet hat. Bei der Bounce Rate hingegen schließt der Nutzer die Seite, von der er gekommen ist – ohne jegliche Interaktion.

Formel der Ausstiegsrate: Anzahl aller Endausstiege / Anzahl aller Seitenaufrufe 

Fazit

Die Bounce Rate ist ein wichtiger Indikator für die User Experience einer Website. Durch gezielte Maßnahmen zur Senkung der Bounce Rate können Unternehmen ihre Konversionsraten steigern und langfristige Erfolge erzielen. Schließlich ist eine hohe Bounce Rate ein Warnsignal, das auf Probleme mit der Website hinweist. Durch die Umsetzung der genannten Tipps und die kontinuierliche Überwachung und Analyse der Absprungrate können Unternehmen ihr Online-Angebot optimieren und die User Experience verbessern, um langfristig erfolgreich zu sein.

Häufig gestellte Fragen

Was genau bedeutet eine hohe Bounce Rate?

Eine hohe Bounce Rate bedeutet, dass ein großer Prozentsatz der Besucher einer Website nach dem Betreten nur eine einzige Seite besucht und die Website sofort wieder verlässt, ohne weitere Aktionen auszuführen. Eine hohe Absprungrate deutet darauf hin, dass die Besucher entweder nicht das gefunden haben, wonach sie suchen, oder dass es Probleme mit der Website gibt, die zu einem schlechten Benutzererlebnis führen.

Welche Auswirkungen hat eine hohe Bounce Rate auf SEO?

Eine hohe Absprungrate kann sich negativ auf das Ranking einer Website in den Suchmaschinenergebnissen auswirken. Suchmaschinen interpretieren eine hohe Bounce Rate als ein Signal dafür, dass die Website möglicherweise nicht relevant oder qualitativ hochwertig ist. Dies kann zu einem schlechteren Ranking führen, da Suchmaschinen bestrebt sind, ihren Benutzern die relevantesten und besten Ergebnisse zu liefern.

Wie kann die Bounce Rate einer Website reduziert werden?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, um die Absprungrate einer Website zu reduzieren:

  • Ladegeschwindigkeit der Website optimieren, um sicherzustellen, dass Besucher nicht aufgrund von langen Ladezeiten abspringen.

  • Design und die Benutzerfreundlichkeit der Website verbessern, um eine intuitive Navigation und ein ansprechendes Layout zu gewährleisten.

  • Relevante und hochwertige Inhalte nutzen, um die Besucher auf der Seite zu halten.

  • Call-to-Actions (CTAs) an strategischen Stellen platzieren, um die Besucher zur Interaktion zu ermutigen.

  • Regelmäßig die Bounce Rate analysieren und beobachten, um Schwachstellen zu identifizieren und gezielte Optimierungen vorzunehmen.