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Wichtige Technologie-Trends für Händler im Jahr 2020

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Für alle, die im E-Commerce tätig sind, ist es wichtig, neue Entwicklungen und Potenziale im Blick zu behalten. Das amerikanische Forschungs- und Beratungsunternehmen Gartner hat bereits im Oktober letzten Jahres die 10 wichtigsten Technologie-Trends für 2020 definiert. Wir nutzen den Jahresbeginn, um darauf einen genauen Blick zu werfen. Dabei fassen wir relevante Aspekte für Dich zusammen, klären Fachbegriffe und stellen im Anschluss den Bezug zu E-Commerce und Shopware her.

Blick in die Zukunft: Das sind laut Gartner die 10 wichtigsten Technologie-Trends

Jedes Jahr prognostiziert das amerikanisches Forschungs- und Beratungsunternehmen Gartner die zehn wichtigsten Technologie-Trends für das folgende Jahr. Wir haben sie auf das Wesentlichste zusammengefasst: 

1. Hyper-Automatisierung

Das Ziel: Menschliches Zutun bei einer Aufgabe nachbilden. Um das zu erreichen, ist die Verkettung von multiplem Machine Learning, Software-Paketen und Automatisierungs-Tools notwendig. Letztendlich können Unternehmen mithilfe von Hyper-Automatisierung ihren Arbeitsalltag vereinfachen.

Exkurs: Wie funktioniert Machine Learning?

Machine Learning (Maschinelles Lernen, kurz ML) ist ein Oberbegriff für die künstliche Generierung von Wissen aus Erfahrung. Dabei gewinnt das System in Lernphasen Wissen aus Beispieldaten. Genauer: Es ist in der Lage, in den Lerndaten Muster und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, daraus Erkenntnisse zu gewinnen und sich so weiterzuentwickeln.

2. Multi-Experience

3D statt 2D: Bis 2028 wird sich Customer Experience drastisch wandeln und von miteinander verschmelzenden Technologien wie Augmented Reality, Mixed Reality, Virtual Reality geprägt sein. Wir werden die digitale Welt auf eine immersive Weise wahrnehmen und anders mit ihr interagieren als zuvor.

Exkurs: Was bedeutet Immersion?

Immersion ist ein Begriff, der zunehmend im Zusammenhang mit Virtual Reality genannt wird. Die virtuelle Realität ist das, was der Nutzer wahrnimmt, wenn er beispielsweise eine VR-Brille trägt. Immersion ist der Effekt, der das Eintauchen in die virtuelle Welt beschreibt. Je höher der Grad der Immersion, desto realer wird die virtuelle Welt wahrgenommen.

3. Demokratisierung

Hiermit ist die Demokratisierung von Technologie und Wissen gemeint. Das ist gleichbedeutend mit einem einfacheren und günstigeren Zugang zu technischem oder wirtschaftlichem Fachwissen.

4. Human Augmentation

Hierbei geht es um Verbesserungen der physischen und kognitiven Leistungsfähigkeit des Menschen anhand von technologischen Komponenten am oder im Körper. Darunter können beispielsweise Implantate oder Wearables (tragbare Datenverarbeitung) fallen.

5. Transparenz und Nachvollziehbarkeit

Datensicherheit trotz des rasanten technologischen Fortschritts: Verbraucher verlangen nach Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Umso wichtiger wird es für Unternehmen, in vertrauensbildende Maßnahmen zu investieren. 

6. Edge Computing (Local Cloud)

Beim Edge Computing geht es um dezentrale Datenverarbeitung, die am Rande des Netzwerks erfolgt. Dabei werden Daten vom lokalen PC, einem (mobilen) Gerät oder vom Server direkt verarbeitet, ohne dass sie an ein Rechenzentrum übertragen werden. Die Edge Devices können dadurch autonomer, ressourcenschonender und mit einer geringeren Latenz arbeiten.

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Mensch und Maschine werden in Zukunft immer stärker Hand in Hand arbeiten.

7. Dezentrale Cloud (Distributed Cloud)

Cloud-Services werden bei einer dezentralen Cloud-Lösung auf mehrere Orte verteilt. Dies steht im Gegensatz zum zentralisierten Modell. Das Ziel bei einer dezentralen Cloud ist es, Cloud-Services geographisch näher an den Nutzer zu bringen, um so die Latenz zu verringern und die Performanz zu steigern. Auch Compliance-Probleme können dadurch gelöst werden.

8. Autonome Dinge

Die Experten von Gartner prognostizieren eine Zunahme von autonom agierenden Gerätschaften. Die Akzeptanz dieser steigere sich zunehmend. So sei beispielsweise der Einsatz von Drohnen und Robotern, die mittels KI selbstständig Aufgaben lösen, auch an jeglichen öffentlichen Räumen denkbar.

9. Praktische Blockchain

Hiermit sind Enterprise-Blockchain-Projekte gemeint, bei denen Aspekte der Technologie genutzt werden, die für das Unternehmen sinnvoll sind. Generell ist Gartner der Meinung, dass die Blockchain-Technologie das Potenzial hat, gesamte Branchen zu revolutionieren.

Exkurs: Was war noch gleich Blockchain?

Blockchain (englisch für Blockkette) ist schon seit Jahren im Gespräch. Es handelt sich dabei um eine Technologie, die vielfältig angewendet werden kann. Das wohl bekannteste Einsatzgebiet sind rein digitale Währungen (Kryptowährungen) wie Bitcoin und Etherium. Sehr vereinfacht gesagt, werden bei der Blockchain-Technologie Daten in Blöcken gespeichert und mit einem kryptografischen Verfahren miteinander verkettet. Zudem werden die Informationen dezentral gespeichert, also lokal auf mehreren Rechnern. Deshalb wird die Technologie als besonders sicher angesehen: Um Informationen zu verfälschen, müsste jeder einzelne Rechner in der Blockchain gehackt werden.

10. KI-Sicherheit

Da künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) immer stärker in unseren Alltag integriert werden, ergeben sich neue Angriffspunkte und die Sicherheit muss entsprechend gewährleistet sein. Zum einen ist es nötig, KI-betriebene Systeme zu schützen und zum anderen Missbrauch von KI durch Angreifer vorzubeugen. Letztendlich ist es auch denkbar, KI selbst für Abwehrmechanismen einzusetzen. 

Exkurs: Was ist der Unterschied zwischen künstlicher Intelligenz und Machine Learning?

In der Praxis werden die Begriffe künstliche Intelligenz und Machine Learning oft synonym verwendet. Genau genommen ist ML aber ein Teilbereich der KI. Die Medien nutzen den Begriff oft und gerne. So bezeichnen sie nahezu alles als KI, das auf einer Software basiert, die Probleme selbstständig lösen kann. Experten wissen, dass sich ML als Teilbereich der KI mit dem selbstständigen Erschließen von Zusammenhängen anhand von Beispieldaten befasst.

Fazit

Cloud, Dezentralisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz sind nach wie vor wesentliche Kernthemen. Jetzt gilt es, die Potenziale dieser Technologien für das eigene Unternehmen zu nutzen, um Produkte und Prozesse zu optimieren. Auch im E-Commerce gibt es zahlreiche Anwendungsgebiete. Als Beispiel hier ein kurzer Überblick zum Thema künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz im E-Commerce

Gerade im Bereich der künstlichen Intelligenz gibt es zahlreiche Anwendungsgebiete, die für den E-Commerce relevant sind. Aus Marketingsicht ermöglicht KI es zum Beispiel, den Sales-Funnel und die Customer-Journey besser zu erforschen. Im Onlineshop kann sie das Einkaufserlebnis verbessern und beispielsweise automatisiert Produktempfehlungen ausliefern. In diesem Blogbeitrag erfährst Du mehr dazu.

Grundsätzlich gibt es bereits zahlreiche Software, die auf KI basiert und für Shopbetreiber interessant ist. Auch im Shopware Store findest Du Plugins, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Hier einige Beispiele, die sogar kostenlos sind:

Auch Chatbots machen sich künstliche Intelligenz zunutze und können beispielsweise Deine Kunden beraten oder Anfragen bearbeiten. Das kannst Du hier nachlesen.